Artikel getaggt mit ‘WGKK’

SVA-Honorar, WGKK und der Unterschied in Euro.

Habe mir wieder einmal die verschiedenen Abrechnungsmodalitäten der Krankenkassen angesehen. Ist mir schon ein Rätsel, wieso z.B. für ein komplettes Blutbild das SVA-Honorar € 13,04 ausmacht und bei der WGKK nur € 3,20.  Das führt natürlich auch  zu einer höheren Belastung der Versicherten, da der 20% -Kostenanteil vom Honorar, das die SVA dem Arzt zahlt, berechnet wird. Und € 2,61 oder € 0,64 sind doch ein eklatanter Unterschied.

Woran liegt das? Verhandelt die SVA mit der Ärztekammer so schlecht, oder liegt es an den Beitragssätzen? Ich finde hier keinen konstruktiven Zugang.

14/12/2010 at 10:16 1 Kommentar

Ärzte-GmbH, Krankenkassen und die österreichische Lösung

Mitte November habe ich kurz über die nichtgegründeten Ärzte-GmbHs geschrieben. Obwohl diese schon seit 4 Monaten machbar sind. Dies scheint wieder so eine typische österreichische Lösung zu sein. Offiziell ist es möglich,  nur in der Praxis nicht so einfach umsetzbar.

z.B:  +Der Gesamtvertrag mit den Krankenkassen steht noch aus, somit können aktuell nur nicht erstattungsfähige Leistungen wie Schönheitsoperationen über die GmbH abgewickelt werden. Bei einer bestehenden Ärzte-OG ist der Gesamtvertrag nach wie vor gültig. Nur die WGKK und die Ärztekammer für Wien haben sich geeinigt und die Vereinbarung gilt ab 1.Jänner 2011. Die Bundesländer zögern noch.

+Auch steuerlich ist die GmbH der OG unterlegen. Außer, der Gewinn wird nicht ausgeschüttet, dann liegt die GmbH steuerlich wieder um einiges besser. Zu empfehlen ist die GmbH, wenn hohe Investitionen geplant sind oder höhere Rückzahlungen für Betriebskredite anstehen.

Fazit:  Angedacht war das Modell der GmbHs um Spitäler in Zukunft zu entlasten und den Patienten  Vorteile zu verschaffen (Kurze Wege, Öffnungszeiten…) Aktuell besteht wieder einmal ein typisch österreichischer Murks und alle wundern sich, daß die Ärzte nicht mit Hurra eine GmbH gründen.

09/12/2010 at 08:21 Hinterlasse einen Kommentar

Wiener Gebietskrankenkasse verärgert die Bundesländer

Von dem Zwist zwischen der Wiener Gebietskrankenkasse und den anderen GKK las man in den Medien fast nichts. Es geht darum, daß die WGKK noch knapp vor der Wiener Landtagswahl mit der Ärztekammer einen neuen Honorar-Vertrag abgeschlossen hat. Erhöhung ab 1.Jänner 2011 um 2,05%, 2012 ebenfalls. Sollte die Inflation höher sein, wird diese auch abgegolten. Die anderen GKK kritisieren, daß die WGKK Gesamtschulden  von rund € 400 Mio besitzt und die Erhöhung der Honorare viel zu hoch sein. Zusätzlich befürchten sie auch einen Dominoeffekt, daß auch  andere landesweiten Ärztekammern eine Nachverhandlung fordern. Ist auch schon passiert.

Interessant die Verantwortung der WGKK. Der Abschluß ist gerechtferigt, da sie ja die Wiener Bevölkerung versorgen müssen. Umgekehrt wäre es mir einleuchtender, wenn die Ärzte diese Rechtfertigung in den Raum stellen.

Weiters haben die KK der westlichen Bundesländer schon einmal gegen Wien Stellung bezogen und auch recht bekommen. Die viel zu hohe Unterstützung aus dem Katastrophenfond muß um € 20 Mio wieder reduziert werden. Das mit dem Fond erinnert mich an eine “Bulle von Tölz” Folge, in der der Landrat den aufgebrachten Bauern erklärt, daß der Anschluß an die  Wasserleitung aus dem EU-Katastrophenfond bezahlt wird. Fragt sich nun, war der Drehbuchautor vorher dran, oder die Politik?

02/12/2010 at 08:03 Hinterlasse einen Kommentar

Die Zahlen im Gesundheitsbereich. E-Medikamentation und Masterplan des Hauptverbandes.

Im Gesundheitsbereich schwirren immer wieder neue  Finanz-Zahlen herum, kurz gesagt, die Bandbreite bewegt sich zwischen Finanzkollaps und Millionenüberschüsse. Was stimmt nun? Anbei ein paar Fakten dazu:

Der Vorstandsvorsitzende des Hauptverbandes, H.J.Schelling, verweist darauf, daß die Kassen die vereinbarte Kostendämpfung von € 214 Mio mit nunmehr € 270 Mio übertreffen. Dafür erhalten die Kassen heuer noch € 100 Mio aus dem Strukturfonds, ab 2011 soll der Betrag nur mehr € 40 Mio betragen.

Der Generaldirektor im Hauptverband der Sozialversicherungen, J.Kandlhofer, verweist auf einen Überschuss von € 250 Mio. Kommt dadurch zustande, daß sich die Beitragszahlungen durch mehr Beschäftigte erhöht haben, sowie durch Medikamenteneinsparungen von 5%. Jedes Prozent bringt € 30 Mio.

Die Wiener GKK prognostizierte Anfang des Jahres für 2010 einen Verlust von € 31,3 Mio, im August verkündeten sie einen voraussichtlichen Gewinn von € 39,8 Mio. ?????? Die Salzburger GKK prognostizierte im November 09 für 09 ein Defizit von € 15 Mio, tatsächlich waren es 09 dann ein Defizit von € 8,3Mio. Die SGKK erklärte via Medien am 8.August 2010, sie werde ein Defizit von € 10 Mio haben, am 17. August waren es nur mehr € 4 Mio, jetzt Anfang November schwankt die Bandbreite des Defizites von € 5 – 8 Mio. Und  erklären noch,  hohe Rücklagen zu besitzen. Die Kärntner GKK prognostiziert für 2010 ein plus von € 8,9 Mio und jammert zugleich über die hohen Medikamentenkosten. Ihr Vorschlag: Mehr Generika zu verschreiben, oder die lange Medikamentenliste der Patienten zu verringern. Dabei haben die Kärntner schon vor 5 Jahren den Medikamentenpass eingeführt – die elektronische E-Medikamentation scheitert österreichweit vorläufig an Datenschutzeinwänden und am Prestigekampf Ärzte gegen Apotheker.

Ein in der Öffentlichkeit fristendes  Schattendasein sind auch die  16 “Krankenfürsorgeeinrichtungen” (KFA) für Landes- und Gemeindemitarbeiter. Deren Tarife liegen laut Expertenbericht um durchschnittlich zehn Prozent über jenen der Beamtenversicherung (BVA). Die Krankenfürsorge für Linzer Stadtbeamte zahlt den Zahnärzten sogar um 30 Prozent höhere Honorare. Inklusive den KFAs gibt es in Österreich  35 Krankenversicherungsträger. Die Gesamtverschuldung aller Gebietskrankenkassen macht rund € 940 Mio aus.

Denke einmal, es weiß keiner genau Bescheid, was, wie, wo exakt abläuft und bezahlt wird.  Je nach Verhandlungstufe werden scheinbar die jeweils passenen Zahlen und Bereiche  hervor geholt. So kann man das Vertrauen vollends zerstören. Am 17. November 2010 soll nun der für März groß angekündigte Masterplan des Hauptverbandes zur Reform des Gesundheitssystems präsentiert werden. Bin schon auf den Inhalt  gespannt.

Anbei ein paar Wissenbausteine zur Spitalsfinanzierung:

09/11/2010 at 08:40 Hinterlasse einen Kommentar

Prognosen und die hoffentlich richtigen Zahlen des Gesundheitswesens

Es soll sich von den politisch und wirtschaftlich Verantwortlichen niemand mehr beschweren, daß sie nicht ernst genommen werden.  Das Jonglieren mit Zahlen scheint zum “Volkssport” geworden zu sein. Beispiel Griechenland:  ist im Frühjahr pleite, Ende Juli dank Reformen am Weg der Gesundung und Mitte August wieder krank. Lt. Medienberichte!

Beispiel Krankenkassen: Ein großer Aufschrei über die Defizite der Gebietskrankenkassen, Prognosen über ein noch größer werdendes Minus und plötzlich die Meldung über einen Überschuss.  Sogar die WGKK soll ein Plus von € 39,8 Mio erwirtschaften. Angesagt war ein Defizit von € Mio31,3.  Sich um € 70,1 Mio zu verschätzen, eine tolle Leistung.  Die SGKK posaunte am 9. August noch ein erwartendes Defizit von € 10 Mio hinaus, jetzt 8 Tage später,  sollen es nur mehr € 4 Mio werden.

Was ist los? Wurde das Familiensilber verschleudert, Rücklagen aufgebraucht, wurden in den Negativ-Prognosen Entwicklungen miteingebaut, die dann doch nicht finanziell schlagend wurden?

Warum so ein Aufschrei wegen dramatisch steigender Medikamentenkosten, die nun moderat ausfallen werden. Da könnte man doch die zwanghafte Generika-Verpflichtung über Ökotool  in heiklen Bereichen wie z.B. bei psychischen Erkrankungen neu überdenken.

Fragen über Fragen, die sich mir als Beobachter der Szene via Medien darstellt. Was läuft hinter den Kulissen ab?

17/08/2010 at 07:38 2 Kommentare

Ökotool, Erstattungskodex, WGKK, Dilatrend

Habe mich einmal kurz mit dem auch für Patienten neuen Infotool/Erstattungskodex auseinander gesetzt und das Schreiben der WGKK (gestriger Artikel) bzgl. Originalprodukt Dilatrend versus dem Nachbauprodukt Carvedilol testen wollen.

Geht nicht. Auf dem Erstattungskodex Rubrik Arzneispezialität (klingt eigenartig, wie auf einer Speisekarte)  scheinen keine nachgebauten 50mg Tbl. auf.  Sie scheinen dann auf, wenn ich unter der  Rubrik Wirkstoff  “Carvedilol” eingebe.

Zur vollständigen Verwirrung tragen die von der WGKK angegeben Kosten bei. Die Einsparung von € 10,60 ist nicht nachvollziehbar. Maximal € 4,20 bei  Teilung der 50mg Tabletten durch den Patienten. Geht es noch dümmer und verwirrender? Werde mich zu diesem Thema informieren.

05/08/2010 at 09:12 3 Kommentare

WGKK, Generikainformation zu Carvedilol und die Praxis.

Eine Sparverordnung der Wiener GKK sollte man sich einmal genauer anschauen.  Mein Hausarzt machte mich darauf aufmerksam und gab seinen  Kommentar , darunter stehend, dazu ab:

“Im Klartext heißt das nichts anderes, statt Dilatrend 25mg soll das doppelt so starke Generikum verordnet werden. Die Patienten müssen dann halt nur jede Tablette halbieren…

Dilatrend bzw. dessen Wirkstoff Carvedilol ist ein hochwirksames Blutdruckmittel. Wenn ein Patient mit Bluthochdruck auf Dilatrend 25mg gut eingestellt ist, aber aus Ersparnisgründen jetzt ein Generikum mit 50mg bekommt, kann folgendes passieren:

1. Er denkt immer daran die Tablette zu halbieren – alles bestens.

2. Er denkt manchmal daran und vergisst gelegentlich die Tablette zu halbieren – mittelgroßes Problem.

3. Er vergisst völlig, weil er gewohnt ist, immer eine ganze Tablette zu nehmen -  großes Problem.

Im besten Fall ist nur die sog. Ersparnis futsch. Im schlechten Fall bekommt der Patient, der mehr Carvedilol zu sich nimmt als er braucht Ohnmachtsanfälle, Krämpfe in den Lungen und Herzbeschwerden (entsprechend den Angaben zu Überdosierung in der Fachinformation von Dilatrend). Zusätzlich kann es zu Stürzen mit Brüchen der Arme und des Oberschenkels führen (bekannte Folge von zu starker Blutdrucksenkung).

Abgesehen von den Schmerzen und der gesundheitlichen Belastung, die Behebung all dieser Folgen kostet eine x-faches der angegebenen Einsparungen.

Grundsätzlich sind derartige Empfehlungen, die massive negative gesundheitliche Auswirkungen haben können, medizinisch enorm bedenklich und rechtlich zumindest fragwürdig. Bemerkenswert ist auch, dass hinter dieser Empfehlung sich nicht der Chefarzt Dr. Marek outet, sondern lediglich ein anonymer “Medizinischer Dienst” genannt wird. Soviel zur Transparenz der Krankenkassen.”

04/08/2010 at 07:59 Hinterlasse einen Kommentar

SVA, WGKK und die unterschiedlichen Abrechnungen.

Jetzt ist es soweit. Man zahlt Beiträge und bekommt keine Gegenleistung. Fast keine, denn das Arzthonorar kann eingereicht werden und der Patient bekommt 80% refundiert. Es kann aber sein, daß der Arzt eine höhere Rechnung ausgestellt hat, empfohlen von der Ärztekammer, so daß der Patient im wahrsten Sinne der “Trottel” ist. Und das in einem europäischen Sozialstaat, wo sich jede Interessensvertretung und die Politik rühmt, wie toll alles sei. Was soll das Ganze?

Ich kann noch verstehen wenn die SVA sagt, wir zahlen aktuell nichts, das wäre noch logisch. Aber mit nachträglichem Einreichen (sicher ein Verwaltungsaufwand!) zu bezahlen, statt direkt, ist eigenartig.

Ein weiterer Aspekt. Um Kassen-Kosten zu sparen sollen Ambulanzbesuche vermieden werden, wird seit einiger Zeit getrommelt. Was passiert nun? Es wird empfohlen, bei diesem vertragslosen Zustand auf Ambulatorien auszuweichen. Auch die WGKK macht diesbezüglich einen Schulterschluß mit der SVA und stellt die Ambulatorienleistungen zur Verfügung. Ist nett, aber kostenmäßig ziemlich kontraproduktiv. Hat sich schon Jemand die Frage gestellt, was dieser vertragslose Zustand wirklich kostet?

Finde immer nur Andeutungen, aber kann mir jemand exakt erklären, warum seit der Umstellung 1974 von Barzahlungssystem zum Krankenschein  (Für Selbständige), es unterschiedliche Abrechnungsleistungen  zu den Kassen gibt? SVA zahlt € 13,04, WGKK zahlt € 3,20 für die selbe Leistung. Wieso????

29/05/2010 at 09:37 Hinterlasse einen Kommentar


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