Artikel getaggt mit ‘Therapie’

Burn-Out-Syndrom versus Depression

Momentan ist es via Medien wieder sehr populär über Burn-out Phasen zu kommunizieren. Ob ein Teil des Popduos Rosenstolz,  der deutsche Boxer Stefen Kretschmer oder der Cover des Magazins Focus  “Die Burn-out-Gesellschaft”,  Burn-out/ bin in einer Depression,  ist  “in”.  So sehr dieser Begriff medial eingesetzt wird, wissenschaftlich ist er nicht eingeführt und  als Diagnose nicht haltbar.  – Erstmals hat diesen Begriff der Psychoanalytiker Herbert Freudenberger in der 70er Jahren in seinem Buch “Burn-out” verwendet (Nach anstrengender Praxistätigkeit). – Psychologen sprechen statt dessen von “Arbeits- oder Erschöpfungsdepression”.

Und hier ist wiederum strikt von der klassischen Depression zu unterscheiden, die eine Gehirnstoffwechselerkrankung ist! Es sind dies Veränderungen in bestimmten Hirnzentren und Störungen im Gleichgewicht von Neurotransmittern (Botenstoffen) wie Serotonin, Noradrenalin, Dopamin u.a.  Diese  psychische Erkrankung wird sowohl durch Psychotherapie als auch durch medikamentöse Therapie  (mit Psychopharmaka) behandelt.

Und in diesem sensiblen Bereich ist der Stellenwert zwischen Patienten und Arzt sehr entscheidend für den Therapieverlauf. Bis hin zu den Medikamenten, bei denen der Patient merken muss, daß eine Besserung eintritt. Ändert man in diese Bereich etwas – z.B durch den Einsatz von Generika – , kann es zu starken Irritationen seitens des Patienten kommen, der  Fortbestand der Vertrauensbasis ist gefährdet, sowie die Therapiebereitschaft des Patienten. Überlegen dies auch die Verantwortlichen für die Gesundheitsreform, oder wird nur auf die direkten Kosten, da Original, dort günstige Generika geschaut?

14/04/2010 at 08:04 Hinterlasse einen Kommentar

Original durch Generika unter Druck – scheinbar werden nur die Kosten gesehen.

Laut Pharmig, Österreichs Pharmaverband, haben gleichpreisige Originalmedikamente und Generika einen Anteil von 25% der vertriebenen Arzneimittel in Österreich, dies entspricht einem Volumen von ca. € 750 Mio, Tendenz steigend. Mehr Generika führen zu Preissenkungen für den Patienten lauten die Jubelmeldungen. Eine weitere Hiobsbotschaft für die Originalhersteller sind die ähnlichen Namen der Generikaprodukte, die sich an den Namen des Originals anlehnen und dadurch die Markenwirkung verwässern. Ala Süßwarenbereich mit  Schwedenbomben und Schaumbomben. (Der Geschmacksunterschied ist aber gigantisch negativ für den Nachbau). Das ist die Lage und scheinbar sehen alle nur die günstigen Kosten und ein wachsendes Umsatzpotential.

Und die Kehrseite?

Denkt jemand an die Forschung, an die Weiterentwicklung von Wirkstoffen, wollen wir Medikamente auf Wirkstoffbasis von 1970 einsetzen? Das kann es doch nicht sein. Generika sind Nachbauten mit anderen Hilfsstoffen, die wiederum andere Nebenwirkungen beim Patienten auslösen können. Bei Grippemitteln vermutlich nicht tragisch, aber im Bereich langfristiger, medikamentöser Therapiebehandlung – z.B. bei psychischen Erkrankungen – , ist dies ein wesentlicher Faktor für  Erfolg oder Mißerfolg der Therapie.

Ich bin ebenfalls für Sparen im Gesundheitsbereich, nur bitte sinnvoll und nicht auf Kosten der Patienten.

05/02/2010 at 08:35 Hinterlasse einen Kommentar

Medikamentenwechsel bei psychischen Erkrankungen

Wie sieht eigentlich der Einsatz von Nicht-Originalmedikamenten bei notwendigen längerfristigen Medikamenteneinnamen aus? Denke mir, daß es sicher einen Unterschied macht, in diesem doch heiklen Bereich eine Umstellung vorzunehmen.

Soviel ich von befreundeten Ärzten erfahren konnte, ist die Therapie eines psychiatrischen Patienten sehr stark auf eine vertrauensvolle Patienten-Arzt -Beziehung aufgebaut. Diese kann durch eine Medikamentenumstellung gefährdet werden. Denn die Verpackung, Farbe und Form von Medikamenten spielen eine nicht zu unterschätzende Rolle für das Erreichen der gemeinsam festgelegten Therapieziele (Compliance und Adherence).

Schlechte oder fehlende Compliance sind erwiesenermaßen ein Faktor für einen ungünstigen Heilungsverlauf mit häufigen Rückfällen und kann damit verbunden zu einer Zunahme von stationären Aufenthalten führen, ebenso zu einer Erhöhung der Suizidgefahr. Damit mehr Belastung für Angehörige,  Betreungspersonal und zu einer schlechteren sozialen Integration.

Fazit: Generika in der Psychiatrie können Folgezustände auslösen, die abgesehen vom Leiden des Patienten in letzter Konsequenz zu höheren Gesundheitskosten führen. Wird dies auch bei den “immensen” Kosteneinsparungen durch die Order -  “Generika statt Original” -  seitens der Kassen berücksichtigt? Wenn ich so die Artikeln in den Medien verfolge, dann dreht es sich nur um den Faktor Kosten, alles andere wird negiert. Und genau diese Kosten können durch Folgezustände von Patienten wieder ansteigen.

16/01/2010 at 09:50 Hinterlasse einen Kommentar


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