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Rezeptgebühr und die unendliche Geschichte
Das Thema “Obergrenzen Rezeptgebühr” ist schon vergangen Sommer in den Medien gewesen und seitens des Gesundheitsministeriums wurde rascheste Abhilfe – mit 1.Jänner 2011 – angekündigt. Nun haben wir Mitte Februar und nichts passierte. Lt. ORF Teletext von 8.Februar – und nur dort war es ein Thema (Soviel zur Medienvielfalt)- sollen nach Wunsch des Gesundheitsministeriums die Krankenkassen die Mehrkosten von rund € 18 Mio pro Jahr übernehmen. Bisher zahlten und zahlen diese Kosten die Patienten. Wie geht es weiter? Der österreichische Weg: Gespräche wurden angekündigt.
Ökotool, Pensionssystem und die Sozialversicherungen
Immer wieder tauchen Tabellen und Zahlenrechnereien bzgl. des österreichischen Pensionssystems auf. Fakt ist, daß 1970 auf eine Person auf 43 Jahre Arbeit 34 Jahre Nicht-Arbeit entfielen, 2010 haben sich diese Zahlen auf 35 Jahre Arbeit und 48,5 Nicht-Arbeit umgedreht. Das Pensionsantrittsalter ist seit 1970 um 3 Jahre gesunken, die Lebenserwartung um 6 Jahre gestiegen. Kommt es zu keinen ernsthaften Reformen, verdoppelt sich der Zuschuss des Bundes (Allgemeinheit) von bisher € 8 Mia auf € 16 Mia pro Jahr.
Wieso wird nicht an eine konstruktive Reform des Pensionssystems gedacht? Warum überlegt man sich z.B. keine Einheitspension von netto € 1.500,–. Wer mehr möchte, kann in seiner aktiven Zeit eine private Zusatzpension abschliessen, die auch noch steuerlich gut absetzbar ist. Wieso debattiert man lieber über die Hacklerregelung, die viel kostet und Zielgruppen erreicht, die überhaupt nicht vorgesehen waren.
Lauter Fragen, die sich auch im Gesundheitsbereich auftun. Wieso packt niemand essentiell eine Strukturreform an – z.B. Zusammenlegung der Sozialversicherungen, Abschaffung der Überschneidungen im Spitalsbereich….. – sondern verlegt sich auf Erhöhungen der Rezeptgebühr und auf Zwangseinsatz der Ökotoolliste mit dem Ziel, nur mehr die billigsten Medikamente (Generika) zu verschreiben und jubelt über ein Einsparungspotential, welches aber nur am Papier besteht. Denn längere, oder zusätzliche Krankenstandstage durch Nebenwirkungen bei Medikamentenumstellungen werden nicht miteingerechnet. Es wird zwar eine Masterplan vom Hauptverband vorgelegt, einiges sind sinnvolle Begehren und was macht die Politik? Ein kurzes Hickhack Bund-Länder und dann geht es wieder ab zur täglichen Routine und der Plan in die Schublade. Alles zu Lasten der Patienten und der Steuerzahler. Die Unzufriedenheit mit den politisch Verantwortlichen darf einem nicht wundern. Wohin führt aber der Weg des Nichthandelns – folgen wir Griechenland, Irland, Portugal….?
Rezeptgebühr und die Grenze von € 5,–
In Österreich zahlen Versicherte dergesetzlichen Krankenkassen derzeit – sofern sie nicht von der Rezeptgebühr befreit wurden – bei auf einem Kassenrezept verschriebenen Medikament unabhängig vom tatsächlichen Preis des Medikaments, 5,00 Euro (Stand 1. Januar 2010) pro Medikamentenpackung, die von der Apotheke eingehoben und mit der Krankenkasse gegenverrechnet wird. Liegt der volle Preis der Packung jedoch unter der Rezeptgebühr, ist dieser zu entrichten.
Seit dem 1. Januar 2008 wurde jedoch eine Obergrenze für die Rezeptgebühr von 2 % des Jahresnettoeinkommens des Patienten eingeführt. Das heißt, dass innerhalb eines Kalenderjahres nur so lange die Rezeptgebühr entrichtet werden muss, bis die gezahlten Gebühren insgesamt eine Höhe erreicht haben, die 2 % des Jahresnettoeinkommens entspricht. Ab diesem Zeitpunkt ist der Patient automatisch für den Rest des Jahres von der Rezeptgebühr befreit.
Und dieses Manko der Nichtobergrenze für Medikamentenkosten unter € 5,– gab es nicht. Diese wird nun eingeführt, laut letztem Stand erst ab Jänner 2011 ohne Rückwirkung.
Schweinegrippe und Impfaktionen
Hier scheint ein wirkliches Durcheinander zu existieren. Fast jeder Arzt sagt etwas anderes in Bezug auf Impfnotwendigkeit und Nebenwirkungen. Z.B.: Schwangere Frauen sollen sich impfen lassen, andererseits könnte gerade für Schwangere die Impfung ein zusätzliches Risiko bedeuten. Größere Menschenansammlungen sollten vermieden werden, was ist in den über vollen Wartezimmern der Ärzte und in den Impfstellen? Da spießt es sich doch bei der Prävention.
Wieso kann der Impfstoff nicht in der Apotheke abgegeben werden und der Hausarzt führt die Impfung durch? So wie bei der Zeckenimpfung.
Könnte es nicht auch sein, dass jede einzelne Impfung abgerechnet mehr Geld den Krankenkassen bringt als die Rezeptgebühr pro Packung?
Die bis jetzt 4 oder 5 Schweinegrippe-Verstorbenen sind tragisch, nur bei der normalen Influenza sterben in Österreich ca. 240 Personen pro Jahr. Im Straßenverkehr knapp unter 1.000. Auch diese Relationen gehören aufgezeigt. Ein weiterer Aspekt, habe gehört, dass der Impfstoff für die Influenza schon um die 30% Schutz gegen die H1N1 (Schweinegrippe) abdeckt. Ist man nun fast doppelt abgesichert, oder gibt es dann Nebenwirkungen?
Fragen über Fragen die bis jetzt nicht eindeutig beantwortet sind. Weder von den Ärzten, den Kassen, den politisch Verantwortlichen, den Medien, oder sonst Zuständigen. Also ist der Hausverstand, die Eigenverantwortung gefragt.

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