Artikel getaggt mit ‘Pharmafirmen’

Risiko Pharmaforschung – Hängematte Krankenkassen.

In einem der letzten Artikel hatte ich über die Medikamentenentwicklungskosten berichtet, prompt ereilte einem forschenden Unternehmen ein drastischer Aktienkurssturz. Grund: Ein Update für den Impfstoff gegen Krankenhausinfektionen. Ein Expertengremium hat bei den laufenden Studien die Aussetzung der weiteren Probandenrekrutierung empfohlen. Prompt brach der Kurs um 30% ein.

Auch wenn in dem Patentzeitraum gutes Geld gemacht werden kann, der Weg bis dorthin ist finanziell extrem risikoreich. Das kann sich jemand aus dem Dunstkreis der Gebietskrankenkassen und des Hauptverbandes nicht vorstellen, denn dort macht ein Defizit nichts aus. Die Allgemeinheit (Steuerzahler) sorgt schon für den Ausgleich.

19/04/2011 at 08:06 Hinterlasse einen Kommentar

Patentschutz Originalmedikament und das abrupte Ende.

Was wird nicht immer über die schöne, heile und reiche Welt der Pharmafirmen berichtet. Überteuerte Medikamente. dadurch Finanzen in Hülle und Fülle, Lobbying zugunsten positiver Gesetzeslagen, Sponsoring von Ärztekongressen und Ordinationseinrichtungen. Diese Einschätzung hat sich in vielen Köpfen verankert und verzerrt das Bild der Realität immens. Nehmen wir nur die Entwicklung und Vermarktung eines Medikamentes als Beispiel: Erforschung und mehrstufige Zulassungsverfahren schrauben die Entwicklungskosten in derartige Höhen, daß der Patentschutzzeitraum von rund 10 Jahren mehr als gerechtfertigt ist. Ohne diesem Schutz wäre die Entwicklung neuer, innovativer Produkte sinnlos. Denn nach Ablauf dieser Zeitspanne und der Start der Nachbauprodukte (Generika), bedeutet  der gesetzlich vorgeschriebene Preisverfall einen gewaltigen finanziellen Einschnitt für die Unternehmen.

09/04/2011 at 10:13 Hinterlasse einen Kommentar

Gesundheitsreform, Generika und die wahren Einsparungsbereiche.

Habe mir wieder einmal ein bißchen den Problembereich Masterplan  Hauptverband der Krankenkassen und die Vorschläge des Gesundheitsministeriums angeschaut. Nicht ganz einfach, hier stoßen unterschiedlichste Interessen aufeinander, ob es hier wirklich baldigst zu einer effizienten Lösung kommt, ist fraglich.

Was mir  auffällt ist die Tatsache, daß an der Medikamentenfront schon eifrigst gewerkt wurde. Und hier Frage ich mich als Patient schon, ist dies auch zu meinem Wohl, oder geht es nur um Kostensenkung um jeden Preis, noch dazu mit dem medialen Vorteil, den  “reichen” Pharmafirmen auf ihre Füße zu treten? Als Monopolankäufer hat der Hauptverband eine rigide Medikamentenpreisregelung und ein Rabattsystem erreichen können, die der Pharmaindustrie einige € Mio gekostet haben. Die Verschreibepraxis für Medikamente wurde seit 2009 extrem eingeschränkt mit dem Ziel, daß bei 2 Medikamenten gleicher Wirkung das billigere zu verschreiben sei. In Salzburg ist die Kontrolle seit Anfang 2010 zum Zwang geworden. Eines wurde leichtfertig unter den Tisch gekehrt, der Begriff “gleiche Wirkung”. Ein Nachbauprodukt (Generika) hat zum Original Defizite, die sich unter anderem  durch andere Nebenwirkungen, unterschiedliche Länge der Wirkungszeiten und mit unterschiedlichem Therapieerfolg  für den Patienten äußern. Warum spricht hier niemand darüber? Warum werden nur die Erstkosten bei der Medikamentenverschreibung berücksichtigt? Scheinbar ist dieser “Einsparungsbereich” am leichtesten umzusetzen.

Ich als Patient möchte aber die beste Medikamentation bekommen und nicht als Versuchskaninchen für fragwürdige Einsparungsziele herhalten. Wieso schafft man es nicht, im Bereich Verwaltung und Parallelanschaffungen von teuren Hightech-Geräten in Krankenhäusern mit 20 km-Entfernung einzugreifen?  Wäre doch sinnvoller.

24/02/2011 at 08:30 Hinterlasse einen Kommentar

Gesundheitsreform in Deutschland? Kann sich Minister Stöger von seinem Kollegen Rösler etwas abschauen?

In Deutschland bewegt sich im Gesundheitsbereich einiges, manche kommende Punkte sind recht interessant:  Wird  die Versicherungspflichtgrenze von Erwerbstätigen mit höherem Einkommen überschritten, dann können sie schon nach 1 Jahr (bisher 3 Jahre) zu einer privaten Krankenversicherung wechseln. Der prognostizierende Ausfall für die gesetzliche Krankenkasse wird nächstes Jahr rund € 500 Mio betragen. Im Gegenzug sollen die ausverhandelten fixen Rabattverträge mit den Pharmafirmen auch für private Krankenkassen gelten.

Der Zwangsrabatt für Medikamente, die Pharmafirmen den gesetzlichen Krankenkassen in der Höhe von 16% gewähren müssen, wird auf einer anderen Ebene etwas gemildert. Denn das Kartellrecht wird auf die Kassen ausgedehnt, sodaß die marktbeherrschenden Ortskrankenkassen keine gemeinsamen Rabattverträge für Generika mehr auschreiben dürfen.

Im Gegenzug werden die international recht teuren Impfstoffe mit einem Zwangsrabatt belegt, sodaß die Krankenkassen in diesem Bereich wieder weniger ausgeben werden.

Wenn man das so ansieht, sind diese kommenden Maßnahmen in Deutschland ein Geben und Nehmen und in Summe vermutlich ein Nullsummenspiel. Fazit: was bringt es wirklich?

Fest steht nur, daß der Beitragssatz der Versicherten in Deutschland  von 14,9 auf 15,5% steigen wird. Somit tragen die gesetzlich Versicherten einen höheren Fixbeitrag bei. Egal ob sie gesund oder krank sind. So wird eben  Geld lukriert und das wird als Gesundheitsreform betitelt. Politisch Verantwortliche sind  schon oft recht seltsam unterwegs.

26/09/2010 at 09:56 Hinterlasse einen Kommentar

Sorgt Ökotool für eine Reduzierung der forschenden Therapiegebiete?

Ab und zu einen Blick auf ausländische  Medien zu machen lohnt sich. Es wird öfters mit mehr Hintergrund geschrieben. Z.B. in der Welt, ein Artikel über die Veränderungen im Gesundheitsbereich – vorallem bei Medikamenten, hervorgerufen durch Sparpakete seitens der dtsch. Regierung. Was passiert aktuell?

Durch die nicht mehr gegebene  Prognosesicherheit auf einen längeren Zeitraum, ziehen sich forschende und entwickelnde Pharmafirmen von vielen forschungsintensiven und teuren Therapiefeldern zurück. Zum Nachteil der Patienten, denn aktuell sind rund 8.000  von 30.000 Krankheiten betroffen, die nicht mehr “beforscht” werden. Dabei leiden in der EU rund 30 Mio Personen an sogenannten seltenen Krankheiten.

Ein weiterer Punkt ist die Oligopolisierung der Medikamentenanbieter durch Übernahme von Unternehmen. So diktierten in den letzen Jahren in Deutschland die Generikafirmen Hexal und Ratiopharm durch ihre Marktdominanz die Preise dieser Nachbaumedikamente. Und das Übernahmekarusell dreht sich weiter.

Ein weiterer Punkt ist die Preisanpassung bei rezeptfreien Medikamenten. diese werden teurer, rezeptpflichtige Medikamente müssen dagegen auf Kassendruck billiger werden.

Diese Fakten können wir sicher 1:1 auf Österreich umlegen und es ist irgendwie beklemmend, daß unter dem Primat der Kosteneinsparung einige wesentliche Bereich zum Wohle des Patienten unter die Räder kommen. Denke hier vor allem an den ersten Punkt, Reduzierung der Forschung auf einigen Therapiegebieten. Und das soll verantwortungsvolle Gesundheitspolitik sein?

18/09/2010 at 08:16 Hinterlasse einen Kommentar

Medikamentenentwicklung

Die Entwicklung eines neuen Medikamentes ist ziemlich zeit- und forschungsaufwendig:  Am Beginn werden rund 100.000 Substanzen getestet, nach ca. 3 Jahren bleiben 30 bis 50,  nach 5 Jahren 10-15,  nach 8 Jahren 2 und dann nach ca. 11 Jahren 1 Substanz über, welche die Basis für das neue Medikament trägt. Die ersten Tests an Personen  erfolgen erstaunlich relativ früh, so ab dem 3 Jahr der Forschung. Bis ein Medikament die Phase zur Zulassung erreicht hat, sind Tests an rund 5.000 Personen vorzunehmen. In Summe wird ca. 11 Jahre an einem neuen Originalmedikament gearbeitet.

Dem Produzenten dieses  Medikamentes bleiben dann gesetzlich noch rund 10-15 Jahre zur profitablen Vermarktung, bis die Lizenz abläuft und Generika/Nachbauten den Markt aufmischen.

Der ständige Hinweis, Pharmafirmen “baden” in Geld scheint sich dadurch zu relativieren. Gutes Geld ja, aber der Aufwand für ein neues Medikament ist auch nicht zu unterschätzen.

24/04/2010 at 08:20 Hinterlasse einen Kommentar


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