Artikel getaggt mit ‘Originalmedikament’

Günstige Nachbauprodukte (Generika) und innovative Neuprodukte.

Ein Trend, der in vielen anderen Bereichen schon seit einger Zeit tonangebend ist und sich immer mehr verstärkt,  scheint nun auch im Bereich der Medikamente Einzug zu halten:  Die Aufsplittung billig – teuer. Bedeutet im Medikamentenbereich einerseits die Bevorzugung von günstigsten Nachbauprodukten (Generika), andererseits der Einsatz von innovativen, relativ hochpreisigen Originalmedikamenten.

Die Salzburger GKK hat aber seit Anfang 2010 die  “freiwillige” Ökotoolliste auf einen Generikazwang für Ärzte umgestellt. Jetzt wird  für einen Hustenreiz sicher ein Nachbauprodukt reichen, was ist aber bei langfristigen medikamentösen Therapiebehandlungen? Ausnahmen soll es geben, nur wie sehen die in der Praxis aus? Muß der Arzt für die Verschreibung eines Originalmedikamentes große bürokratische Hürden überwinden und sich “tausendmal” vor der SGKK rechtfertigen, so daß er im Endeffekt genervt ein Generikum verordnet? Bedeutet dies doch, daß der Patient zu den besten und sinnvollsten Medikamenten keinen Zugang hat? Was sagt die SGKK zu diesem Problemfeld, oder sehen sie nur die eingesparten Verordnungskosten und ignorieren die Nebenerscheinungen?

15/03/2011 at 08:32 Hinterlasse einen Kommentar

Umstellung auf Generika – sinnvoll oder nicht?

Beim Durchlesen einiger Internetartikel bin ich auf diesen recht anschaulichen Kommentar gestoßen. Er zeigt den problematischen Bereich Original – Nachbauprodukt (Generika) recht gut auf und ich verstehe nicht, wieso von einigen Seiten aus behauptet werden kann, die Medikamente sind ident und es kann für Patienten problemlos umgestellt werden.  Erinnert mich an die Aussage, ” Benzinpreiserhöhung kenne ich nicht, ich tanke immer um € 30,–”.  Nur bei medikamentösen Behandlungen  geht es um das Wohl von Patienten und in Folge um Menschenleben.

09/02/2011 at 08:17 Hinterlasse einen Kommentar

Der Zwang zum Ökotool und der Dominoeffekt.

Ale Ergänzung zu einem älteren Artikel bzgl. Medikamentenpreise sei noch folgendes erwähnt:  Der Fabriksabgabepreis wird auf Basis des EU-Durchschnittspreises ermittelt, denn kein Original darf teurer als dieser sein. Die Handelsspannen der Großhändler und Apotheker sind ebenfalls reguliert, so daß im Endeffekt die Originale in Österreich um einiges günstiger sind und der Großhandel die niedrigen Einstandspreise nutzt, gewinnorientierte Exporte zu tätigen, daß wiederum in Folge Lieferschwierigkeiten für einzelne Medikamente in Österreich bedeutet und in den Importländern ein Druck auf die höheren Preise entsteht.

Die zwanghafte Salzburger Ökotool-Liste der SGKK setzt zu dieser Facette noch etwas drauf, in dem die in Österreich recht hohen Generikapreise sinken werden und in Folge auch die Originalmedikamente. Dies führt wiederum dazu, daß internationale Unternehmen eine scharfe Kosten-Nutzen Rechnung anstellen und ihre Forschungsaktivitäten und Vertriebssysteme stark reduzieren werden. Dies wird auch den Service der Unternehmen für Ärzte  die Fortbildungsveranstaltungen – auch wenn vor allem in Österreich eine sehr differenzierte  Meinung dazu besteht – betreffen.

Ergo, der Jubel der Kassen über einzusparende Millionen (€ 2,5 im Jahr 2010 in Salzburg) überdeckt die Folgeerscheinungen, die in Summe um einiges teurer sind. Aber in Österreich halbiert man auch einen Autobahnring in Linz, freut sich über das eingesparte Geld und niemand sagt, daß die amputierte Strecke im Niemandsland endet.

16/01/2011 at 07:48 Hinterlasse einen Kommentar

Originalmedikament, die Fälschung und ihre Bekämpfung.

Der Schwarzmarkt betrug 2009 rund € 75 Mia.  34 Mio Tabletten wurden bei einer einzigen Eu-Razzia im Herbst 2008 beschlagnahmt, ca. 1% der Medikamente in der EU sind gefälscht, in Afrika sind es 10-30%.  Ernüchternde Zahlen, die nur dadurch bekämpft werden können, wenn es eine lückenlose Zurückverfolgung von der Apotheke bis zum Produzenten gibt. Dafür ist eine Dateninfrastruktur mit Sicherheitscodes notwendig, welche den kompletten Weg des Medikamentes erfaßt. Das Problem hierfür ist nicht technischer Natur, sondern die administrative Herausforderung.  Es sind alle an die Datenbank anzuschließen, vom Produzenten über die Zwischenhändler bis zur Apotheke. Wer legt aber die Standards fest, wem gehören die Daten, wer hat Zugriffe auf diese, auch Behörden, können Konkurrenten dadurch wechselseitig Daten missbrauchen, Fragen über Fragen, die noch nicht beantwortet sind.

2008 starben in den USA 81 Personen an der Fälschung des Blurgerinnungsmedikamentes Heparin aus China, welches mit übersulfatiertem Chondroitinsulfat gestreckt war.

28/09/2010 at 07:12 Hinterlasse einen Kommentar

Medikamentenentwicklung

Die Entwicklung eines neuen Medikamentes ist ziemlich zeit- und forschungsaufwendig:  Am Beginn werden rund 100.000 Substanzen getestet, nach ca. 3 Jahren bleiben 30 bis 50,  nach 5 Jahren 10-15,  nach 8 Jahren 2 und dann nach ca. 11 Jahren 1 Substanz über, welche die Basis für das neue Medikament trägt. Die ersten Tests an Personen  erfolgen erstaunlich relativ früh, so ab dem 3 Jahr der Forschung. Bis ein Medikament die Phase zur Zulassung erreicht hat, sind Tests an rund 5.000 Personen vorzunehmen. In Summe wird ca. 11 Jahre an einem neuen Originalmedikament gearbeitet.

Dem Produzenten dieses  Medikamentes bleiben dann gesetzlich noch rund 10-15 Jahre zur profitablen Vermarktung, bis die Lizenz abläuft und Generika/Nachbauten den Markt aufmischen.

Der ständige Hinweis, Pharmafirmen “baden” in Geld scheint sich dadurch zu relativieren. Gutes Geld ja, aber der Aufwand für ein neues Medikament ist auch nicht zu unterschätzen.

24/04/2010 at 08:20 Hinterlasse einen Kommentar


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