Artikel getaggt mit ‘Medikamentenkosten’

Einsparungspotential im Gesundheitsbereich.

Immer wieder taucht die Feststellung auf, der Einsatz von Generika ist für die Kostenreduzierung im Gesundheitsbereich ein wesentlicher Faktor. Alleine € 300 Mio konnten 2010 eingespart werden, meinte der Vizegeneraldirektor des Versicherungshauptverbandes. Nicht erwähnt werden die   freiwilligen Solidarzahlungen der Pharmaindustrie  gemeinsam mit dem pharmazeutischen Großhandel und den Apothekern, so daß z.B: 2010 rund € 220 Mio zusätzlich an Medikamentenkosten reduziert werden konnte. Sollte auch einmal erwähnt werden.

Stellt sich nur die Frage, was tragen der Hauptverband, die Gebietskrankenkassen und die Spitäler zu einer Kostenreduktion bei? Da hört man außer Streitereien und möglichen Spar-Perspektiven und damit verbunden viel Eigenlob recht wenig. Praxistauglich sollten diese Einsparungen aber sein und nicht auf dem Rücken der Patienten ausgetragen werden.

03/04/2011 at 07:42 Hinterlasse einen Kommentar

Der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger und die einzelnen Gebietskrankenkassen schmücken sich mit fremden Federn!

Ein Sparbereich kommt in den Publikumsmedien überhaupt nicht vor, ab und zu in kleinen Fachmedien.  Durch den Ablauf von Patenten – dann stehen die Medikamentenformeln allen Produzenten von Generika (Nachbauprodukten) zur Verfügung und können aufgrund der entfallenen Entwicklungs- und Forschungskosten nun wesentlich billiger  auf den Markt gebracht werden -  ersparen sich die Krankenkassen in Österreich  bis 2013 rund € 900 Mio.  Dazu kommen noch freiwillige Solidarzahlungen der Pharmaindustrie  gemeinsam mit dem pharmazeutischen Großhandel und den Apothekern, so daß z.B: 2010 rund € 220 Mio zusätzlich an Medikamentenkosten reduziert werden konnte.

Läßt man diese Zahlen Revue passieren taucht schon die Frage auf, was leisten eigentlich die Krankenkassen zur Kostensenkung? Jubelmeldungen über ein dickes Plus ergeben sich vorrangig durch Bilanztrickserei und Rückzahlungsmodalitäten von Gemeinde und Bund, die Prognosen des Hauptverbandes  der Sozialversicherungsträger über +/- differierten 2010 um runde € 600 mio.  Weit und breit ist nichts von einer Strukturreform zu bemerken, so finde ich es eigenartig über Einsparungen zu jubeln, die andere tragen!

PS: Alleine in den USA laufen 2011 Patente auf Medikamente im Wert von rund 26 Milliarden US-Dollar ab!

07/03/2011 at 08:15 Hinterlasse einen Kommentar

Aktuelles hohes Sparpotential im Gesundheitsbereich.

In den letzten Tagen kamen einige Meldungen zum Sparpotential im Gesundheitswesen. Reichte von Pflichtversicherung statt Versicherungspflicht, über nur eine Krankenkasse statt neun,  bis zu neuer Aufteilung der Finanzhoheit Bund/Länder. Ob sich wirklich etwas bewegen wird sei einmal dahin gestellt.

Eine Sache verläuft still und heimlich, obwohl sie ein großes Einsparungspotential beinhaltet. Reduzierung der neunfachen IT-Infrastruktur auf eine, damit könnten  rund € 55 mio eingespart werden. Dies sind 20% vom Gesamtjahresbudget von € 268 Mio mit insgesamt 1.300 IT-Mitarbeitern. Die Kostensenkungsmaßnahmen hätten schon seit 2007 greifen sollen, nur steht NÖ und Bgld auf der Bremse, die einen eigenen Weg vorziehen. Neuer Zeitplan ist eine Umsetzung bis 2013.

Dafür spart man im Pflegebereich und zwingt Ärzte in Salzburg  ihren Patienten Generika zu verschreiben, auch wenn diese durch andere Hilfsstoffe nicht die idente Wirkung erzielen. Macht nichts, ist der Patient halt länger im Krankenstand , Hauptsache die Medikamentenkosten sinken.

04/03/2011 at 08:32 Hinterlasse einen Kommentar

Der Zwang zum Ökotool und der Dominoeffekt.

Ale Ergänzung zu einem älteren Artikel bzgl. Medikamentenpreise sei noch folgendes erwähnt:  Der Fabriksabgabepreis wird auf Basis des EU-Durchschnittspreises ermittelt, denn kein Original darf teurer als dieser sein. Die Handelsspannen der Großhändler und Apotheker sind ebenfalls reguliert, so daß im Endeffekt die Originale in Österreich um einiges günstiger sind und der Großhandel die niedrigen Einstandspreise nutzt, gewinnorientierte Exporte zu tätigen, daß wiederum in Folge Lieferschwierigkeiten für einzelne Medikamente in Österreich bedeutet und in den Importländern ein Druck auf die höheren Preise entsteht.

Die zwanghafte Salzburger Ökotool-Liste der SGKK setzt zu dieser Facette noch etwas drauf, in dem die in Österreich recht hohen Generikapreise sinken werden und in Folge auch die Originalmedikamente. Dies führt wiederum dazu, daß internationale Unternehmen eine scharfe Kosten-Nutzen Rechnung anstellen und ihre Forschungsaktivitäten und Vertriebssysteme stark reduzieren werden. Dies wird auch den Service der Unternehmen für Ärzte  die Fortbildungsveranstaltungen – auch wenn vor allem in Österreich eine sehr differenzierte  Meinung dazu besteht – betreffen.

Ergo, der Jubel der Kassen über einzusparende Millionen (€ 2,5 im Jahr 2010 in Salzburg) überdeckt die Folgeerscheinungen, die in Summe um einiges teurer sind. Aber in Österreich halbiert man auch einen Autobahnring in Linz, freut sich über das eingesparte Geld und niemand sagt, daß die amputierte Strecke im Niemandsland endet.

16/01/2011 at 07:48 Hinterlasse einen Kommentar

Zwang zu Ökotool und Interprätationen der SGKK

Jubelmeldungen mit eigenartigem Beigeschmack. Die SGKK läßt sich groß feiern, daß 2010 nun rund € 2,5 Mio an Medikamentenkosten eingespart werden konnte. Hauptgrund, schon 50% aller verschriebenen Medikamente sind billige Nachbauten (Generika). Die Generika-Verschreibungen sind durchzuführen, da die freiwillige Ökotoolliste in Salzburg für die Ärzte auf Zwang umgestellt wurde. (Bei gleicher therapeutischer Eignung von mehreren Medikamenten muß das billligste verschrieben werden). Klingt auf den ersten Blick gut und in Ordnung, doch ein Blick hinter die Kulissen zeigt ein anderes Bild, wie es auch die Nö Ärztekammer veranschaulicht. Ein Punkt ist auch, warum müssen nun Patienten Medikamente  zu sich nehmen, die auf einem alten Forschungsstand sind? Würden sie sich freiwillig Ski aus den 80er Jahren kaufen und somit die Entwicklung der leichter zu drehenden Carver ausklammern?

Als familiär Betroffener ärgert mich aber folgende  Aussage vom  SGKK-Obmann S. Schluckner:  “Die Kosten wären noch stärker gesunken, wenn nicht einige teure Medikamente auf den Markt gekommen wären – vor allem im Bereich der Krebstherapie.”  Wenn ich das richtig deute, wäre es ihm lieber, Krebspatienten sollen…..” Das kann es doch nicht sein. Soll ich jetzt ein schlechtes Gewissen wegen der Kosten haben?

Weiters entsprechen diese € 2,5 mio einem Rückgang von 2,3%. Nicht gerade berauschend, wenn man bedenkt, was an “neuen Kosten” durch die Medikamentenumstellungen anfallen können. Bringt eine kleine Verwaltungsreform vielleicht nicht mehr als die 2,3% ?

Es spießt sich in Salzburg. Traurig nur, daß dies auf dem Rücken der Patienten ausgetragen wird.

12/12/2010 at 09:09 Hinterlasse einen Kommentar

Konflikt zwischen SGKK und der Pharmaindustrie wegen des Ökotoollistenzwangs.

Der im Jänner beginnende Gerichtskonflikt zwischen Pharmaverband und Salzburger Gebietskrankenkasse (SGKK) hat es im Detail schon an sich. Durchforstete einige Medien und sehe folgende Fakten:

1. Eine belegbare monetäre Einsparung (Salzburg 1.Hj € 1,2 Mio), die aber nicht alleine aufgrund des  Ökotoollistenzwangs  zurückzuführen ist. Denn es laufen auch kontinuierlich Patente ab, so daß die Medikamentenpreise automatisch günstiger werden. (Bis 2013 österreichweit dadurch Einsparungen in der Höhe von rund € 900 Mio).

2. Der  Listenzwang  hebelt den bestehenden Erstattungskodex aus. Dieser ist eine bundeseinheitliche Rechtsbasis für alle Fragen, betreffend die Kostenübernahme durch die Krankenkassen. Darin steht, welche Medikamente von  der Krankenkasse übernommen werden, welche extra genehmigt werden müssen und wie viel jedes einzelne kostet. Ausschließlich der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger (HVB) ist dafür zuständig.  Die vor einigen Jahren angebotene Online-Datenbank Ökotool stellt Gruppen von Medikamenten aus dem Erstattungskodex zusammen, die vergleichbar sind. Somit sieht der Arzt auf einen Blick mögliche Alternativen von  Medikamenten mit gleichem Wirkstoff nach Kosten gereiht.  In Salzburg sind die Vertragsärzte nun dazu verpflichtet, die preislich günstigste Variante zu verschreiben.   Dieser Zwang unterläuft aber die Alleinstellung des Hauptverbandes mit dem Erstattungskodex. Das bekräftigte auch das Ministerium für Gesundheit, welches  keinen Raum für die Erstellung von abweichenden Listen vorhanden sieht. Somit wäre die eigenständige Salzburger Ökonomieliste rechtswidrig.

3. Laut Pharmaverband  vergleicht die Liste unterschiedliche Medikamente mit unterschiedlichen Wirkstoffen und damit verbunden unterschiedlichen Neben- und Wechselwirkungen. Somit schließt die SGKK ihre Versicherten von der Versorgung mit einigen wichtigen Medikamenten aus und riskiert Unannehmlichkeiten für die Patienten, die bei  einer Medikamentenumstellung verbunden sein können. Risken, die oft wieder zu einem längeren Krankenstand führen, der wiederum Kosten für die Allgemeinheit verursacht.

4.  Die Therapiefreiheit des Arztes wird eingeschränkt. Die Entscheidung darüber, was für den Patienten das Beste ist, bleibt somit nicht mehr beim Arzt.

5. Was bedeutet ökonomisch in der Medizin? Wenn der Patient mit einem teueren Medikament schneller gesund wird, ist auch das ökonomisch. (Siehe Punkt 3)

6.  2008 wurde für 3 Jahre ein  Rahmen-Pharmavertrag zwischen dem Hauptverband, 104 Unternehmen der Pharmaindustrie und 10 Unternehmen des pharmazeutischen Großhandel bzgl. eines freiweilligen Solidaritätsbeitrag abgeschlossen. Dieser Vertrag beläuft sich auf  € 181 Mio.  Auch dies soll fairerweise einmal gesagt werden.

Mit einem Wort, der Prozess Anfang Jänner verspricht heiß zu werden. Man kann nur hoffen, daß die Patienten nicht unter die Räder kommen, denn die Therapietreue (Compliance) ist ein wesentlicher Punkt zur raschesten Genesung. Verunsicherungen durch  Medikamentenumstellungen Richtung billigste Nachbauprodukte (Generika) sollten vermieden werden.Vor allem in sensiblen Bereichen der Medikamentation, wie z.B. bei psychischen Erkrankungen, soll der Patient die bestmöglichste Variante erhalten.

07/11/2010 at 08:44 1 Kommentar

Ökotool und die Einsparung von € 8,–

Das Thema Generika (Nachbauten) versus Originalmedikamente, damit verbunden die Fragen einerseits nach Kosteneinsparungen und andererseits Innovationen im Bereich Neuentwicklungen, rücken immer mehr in den Mittelpunkt. Und leider scheint der “Karren” ziemlich verfahren zu sein.

Politisch Verantwortliche und Vertreter der Krankenkassen sehen aktuell in den Generika das Allheilmittel gegen steigende Medikamentenkosten. Auf den ersten Blick auch dokumentierbar, da € 18,–, dort € 10,–.  Sind die € 8,- aber wirklich immer ein wirtschaftlicher Vorteil?

Kaum. Bei schwerwiegender Medikamentation wie z.B. im Bereich psychischer Erkrankungen oder Alzheimer, sind die Kontinuität der Therapie, der Auschluss von anders laufenden Nebenwirkungen die wichtigsten Parameter für einen Therapieerfolg. Ein Abbruch, eine negative Compliance verlängern die Behandlung oder sorgen für neue Irritationen des Patienten, die sich in einem verlängerten Krankenstand, oder dramatisch formuliert, auch gerade bei psychischen Erkrankungen sich in einer höchsten Suizidgefahr äußern.   Und das alles für eine Einsparung von € 8,–.  Dies ist die eine Seite des immer stärker werdenden Generikazwangs – Ökotool – seitens der Krankenkassen.

Andererseits werden  Entwicklungen für neue Medikamente eingeschränkt. Bei den Vorlaufzeiten und Entwicklungskosten muß die Industrie Sicherheiten haben. Diese sind aktuell durch den Patentschutz gegeben. Nur, das Geld für die Entwicklung muß ja vorher  verdient werden. Wie soll dies aber funktionieren, wenn der Preisdruck durch die Generika überhand nimmt?

Generika dort wo sie Sinn machen, Originalmedikamente und Innovationen dort, wo die Therapie zum Wohle eines Patienten mehr als ein “Pulverschlucken” verlangt. Damit verbunden auch die Therapiefreiheit des Arztes und nicht der Zwang zum “günstigsten” Medikament.

25/08/2010 at 09:19 Hinterlasse einen Kommentar

SGKK und das Einsparungspotential

Seit dem ich mich mit dem Thema Gesundheit ein bißchen beschäftige, fällt mir unter anderem eines immer auf, das Spiel mit den Zahlen, sprich Kosten.

Da gibt es in der Salzburger Krone am 9. August  einen Artikel mit der Überschrift  “Krankenkasse rutscht ins Minus”.  Im Text macht der Chef der GKK darauf aufmerksam, daß keine teuren Personalberater engagiert werden (“Andere Unternehmen geben dafür Millionen aus”) und keine Ausschreibungen bei Personalsuche getätigt werden. Die tausenden € pro Ausschreibung werden eingespart, indem auf die Liste der laufenden Bewerber zurück gegriffen wird.

So weit so gut – stellt sich natürlich  die Frage, ob das Thema Berater/Auschreibungen nicht populistisch gewählt wurde, da in Zeiten der österreichweiten Diskussionen bzgl. Beraterhonorare die Aufmerksamkeit garantiert ist.

Noch mehr zu Denken soll einem die angegebene Defizitzahl von € 10,04 Mio für 2010 geben.  Wie real oder fiktiv ist diese Zahl? Hat die SGKK schon einen Kassasturz Ende Juli gemacht? Nein, die Zahlen stammen von einer Prognose Anfang dieses Jahres, veröffentlicht von der APA. Siehe Anhang.

Was bleibt beim Leser hängen?Krankenkassa durch steigende  Medikamentenkosten und Wirtschaftskrise im Minus, einbremsen dieser Kosten durch Verzicht auf teure Personalberater.

Geht diese Einsparungsabsicht nicht am Thema vorbei? Laut Hauptverbandspräsident Schelling liegen die wahren Einsparungspotentiale im Bereich der Spitäler. Nur welcher Landesoberste greift in seine Spitäler ein? Niemand – da können ala NÖ/Bgld. 2 Spitäler fast nebeneinander liegen, getrennt durch die Landesgrenzen ergibt sich ein “anderes Bild”.

13/08/2010 at 09:24 1 Kommentar

Medikamentenkosten, Ökotool und was kostet ein Originalmedikament nach Patentfreigabe wirklich?

Mit Zahlen wird generell sehr manipulativ umgegangen. So auch im Bereich der Medikamentenkosten. Habe mich einmal ein bißchen informiert und bin auf folgendes gestoßen:

Es wird immer von ca. € 3 Mia Medikamentenkosten in Österreich pro Jahr ausgegangen, die die Krankenkassen berappen müßen. Dies stimmt so nicht, denn die in dieser Berechnung inkludierte Rezeptgebühr bezahlen die Patienten selbst  und die Mehrwertsteuer wird den Kassen  rückerstattet. Die Nettoausgaben der Kassen  für Medikamente liegen daher bei 2,2 Milliarden Euro.

Die sehr strenge  Arzneimittelpreisregelung in Österreich führt nach Ablauf des Patentschutzes zu folgender Preisspirale:  Bei Aufnahme des 3. Nachbauproduktes (Generikum) in den Erstattungskodex muss das Originalprodukt auf den Preis des Generikums zurückgehen. Dadurch liegen die Preise für Arzneimittel 18,6 Prozent unter dem EU-15-Durchschnitt.

07/08/2010 at 08:14 Hinterlasse einen Kommentar

Problembereich Generika schon lange bekannt.

Ein bißchen im Archiv schmöckern und zurückliegende Aussagen aufstöbern, ergibt ein ganz interessantes Bild. Hier ein Bericht von 2005 über Generika und ihre Zukunft.

14/07/2010 at 09:05 Hinterlasse einen Kommentar

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