Artikel getaggt mit ‘Medikamente’

Hausapotheke in Arztpraxen – Ärztekammer versus Apothekerkammer

Ein  Kompetenzstreit, der für mich als Patient nicht ganz nachvollziehbar ist. Seit 2006, mit 10jähriger Übergangsfrist, ist die Apotheken-Schutzzone von 4 auf 6 Kilometer ausgeweitet worden. In der Praxis bedeutet dies, dass Arztordinationen am Land, die weniger als 6 Kilometer von einer Apotheke entfernt sind, nach einer Übergabe ihre Hausapotheke nicht weiterführen dürfen. Und das bei einer anstehenden ärztlichen Pensionswelle von 40%. Ausnahmeregelungen  sind entlegene Gebirgstäler, wo die Ärzte weiter ihre Hausapotheke führen dürfen. Jetzt sagt die Ärztekammer, wir bekommen kaum Nachfolger für die Praxen, da der Anreiz einer Hausapotheke weg fällt, und außerdem schätzen es vor allem ältere Patienten, wenn sie beim Arzt vor Ort ihr Rezept einlösen können. Die Apothekerkammer kontert, daß sie aufgrund des größeren Sortiments eine bessere Versorgung garantieren können und es den Ärzten nur um den Zuverdienst gehen würde. Die Krankenkassen halten sich aus dem Steit heraus, denn sie bekommen rezeptpflichtige Medikamente aus der Arztpraxis billiger in Rechnung gestellt, da es ein “Zwangsabkommen” gibt,  Ärzte müssen einen um 4% günstigeren Betrag verrechnen.

Wie in Österreich üblich, wird es schon eine Lösung für beide Seiten geben, nur frage ich mich, wieso gibt es immer wieder Bereiche, die ala Planwirtschaft voll reglementiert sind?

19/02/2011 at 08:04 Hinterlasse einen Kommentar

Wien-Wahl und ein neues Medikament.

2 Bereiche,  die vordergründig völlig konträr sind, aber einen gemeinsamen Nenner haben: STRESS/DRUCK

Bei der Wienwahl vor einer Woche gab es 2 Stimmzettel, 3 großflächige Kandidatenlisten und ein gemeinsames Kuvert. Was war der Erfolg. Aufgrund von Erzählungen seitens der Wähler, als auch seitens der Wahlbeisitzer bei der Stimmauszählung, war eine nicht unbedeutende Anzahl an Stimmzetteln  ungültig, da Namen auf den falschen Zettel geschrieben wurden etc. . Hervorgerufen durch den Druck schnell sein zu wollen,  die anderen warten schon und generell ist beim Wählen eine Anspannung (Wahllokal…) vorhanden.

Rettungseinsatz am späten Abend  im Nebenhaus bei meiner Nachbarin. Was war passiert? Die ältere Dame muss ein Blutdrucksenkungsmittel nehmen, verwechselte die Packung – sieht recht ähnlich aus – und brachte ihren Blutdruck dadurch fast gegen Null. Ein Gespräch am nächsten Tag ergab, sie verwendete ein neues Medikament, welches eine komplett andere Dosierung als ihr altes verlangt und prompt verwechselte sie die Mengenangabe.  (“War so nervös, alles ist neu….”)

Wäre doch hier auch ein neuer Ansatz in der Packungsgestaltung und Textierung Beipackzettel ganz gut, um alte und neue Medikamente, oder Medikamente die konträre Wirkungen besitzen, klarer zu trennen.

17/10/2010 at 07:21 Hinterlasse einen Kommentar

Psychische Erkrankungen, Medikamente und Kosten.

Anbei eine ganz interessante Tabelle über die verschiedenen psychischen Erkrankungen. Demenz und die affektiven Störungen (Depressionen und bipolare Störungen – Abwechslung von depressiven und manischen Episoden) steigen am rapidesten an. Die Dunkelziffer an Betroffenen, die ihre psychischen Probleme verbergen und keine Arzt aufsuchen, ist leider extrem hoch.

Dabei wäre es gerade in diesem Bereich sehr wichtig, so früh wie möglich mit der Therapie zu beginnen. Ein wesentlicher Beitrag zu Heilung ist die medikamentöse Behandlung. Diese soll kontinuierlich und ohne Medikamentenwechsel (Problem Kassenzwang zu Generika) erfolgen.  Kritiker verweisen immer auf die Medikamentenkosten bei psychischen Erkrankungen, diese sind verglichen mit anderen Kostenfaktoren äußerst gering. (Siehe Artikel und Tabelle)

15/05/2010 at 08:48 Hinterlasse einen Kommentar

Generika, Nebenwirkungen, schlechte Compliance und wo bleibt der Einspareffekt?

Wenn die Gerüchte stimmen, dann liegt der deutsche Finanzminister Schäuble wegen unvorhersehbaren Nebenwirkungen eines  Medikamentes in Verbindung mit anderen Medikamenten  in einem Brüsseler Spital. Genaueres ist nicht bekannt, doch der Faktor Nebenwirkungen läßt aufhorchen. Ist nicht das die große Problematik, die durch die E-Medikamentation eingedämmt werden soll? Laut einem Standard-Artikel vergangener Woche sterben in D rund 30.000 Personen durch Nebenwirkungen eines “Medikamenten-Cocktails”.  Aber trotzdem gibt es von vielen Seiten massive Bedenken wegen des “Gläsernen Patienten, Datenschutz etc.”  Mir nicht nachvollziehbar.

Auf einer anderen Ebene scheint man  bzgl. Nebenwirkungen nicht sehr beunruhigt zu sein. Da werden in einigen Salzburger Apotheken andere Medikamente als vom Arzt verschriebene ausgegeben. Betrifft vor allem Generika (Siehe vorletzten und letzten Artikel).  Die Patienten sind verunsichert, unterbrechen die Medikamentation, und damit verschlechtert sich die Compliance (Therapietreue – Bereitschaft eines Patienten, eine medizinische Empfehlung zu befolgen). Was wieder zur Folge hat, daß der Patient länger behandelt werden muß, was zu Mehrkosten führt und damit die von der Krankenkassa angepeilten Einsparungen ad adsurdum führt.  Auch der Ruf der Ärzte kommt in Mißkredit, wenn die Apotheke die Verschreibung “overrollt”.

In Summe ergibt sich eine totale Verunsicherung, die dadurch ausgelöst wird, daß durch Gratismuster von  Generika an die Apotheker, das vom Arzt verschriebene Generikum seitens der  Apotheker ausgetauscht wird. Und warum muß ein Arzt in Salzburg ein Generikum überhaupt verschreiben? Weil es die Krankenkassa so vorschreibt – Grund: Sparmaßnahmen.

Denkt jemand seitens der Krankenkassa auch an den Patienten, oder wird  dem Diktat des vordergründigen Sparens alles geopfert?

10/05/2010 at 08:05 Hinterlasse einen Kommentar

Der Generika-Preis und ihr Behandlungswert

Fast 18.000 Medikamente waren in Österreich bis Ende 2009 zugelassen und registriert. Mit Hilfe von neuen, innovativen Medikamenten können immer mehr Krankheiten behandelt werden. Eine Frage stellt sich jedoch, wie bemißt man den Wert eines Medikamentes? Wie sieht es aus, wenn nach  der Einnahme die Schmerzen schon nach 10 Minuten nachlassen und nicht erst nach 30 Minuten? Wird dies auch in der Diskussion über die Kosten der Gesundheitsleistung berücksichtigt und wie sieht es bzgl. anders laufender Nebenwirkungen bei  Einnahme von Generika aus ? Eine Fülle von Fragen, die über die starre Kostenstruktur hinaus gehen.

24/03/2010 at 08:37 Hinterlasse einen Kommentar

Ist die Therapiefreiheit des Arztes noch gegeben?

Dieser Artikel ist ganz interessant zu lesen und bringt noch mehr Licht ins Dunkel. Fazit ist, daß  einseitig, sprich bei den Medikamenten gespart werden soll, alle anderen Bereich fallen ziemlich unter den Tisch. Dies kann es doch zum Wohl der Patienten auch nicht sein.

06/03/2010 at 08:57 Hinterlasse einen Kommentar

Zwang zu Generika hemmt die Forschung und Weiterentwicklung von Medikamenten

Als leider regelmäßiger “Einnehmer” von Medikamenten bin ich über die Regelung der Kassen in Salzburg, nur das günstigste Medikament zu verordnen, beunruhigt. Denn der Minister will dies auch flächendeckend in Österreich umsetzen. Ist das günstigste Medikament auch das richtige und wie ist das mit den Nebenwirkungen von Generika, denn nur der Wirkstoff ist ident und die Hilfsstoffe können variieren? Abgesehen von diesem doch erheblichen Manko stelle ich mich auch die Frage wer forscht dann noch, wenn  aus ökonomischen Gründen Originalmedikamente nicht mehr verschrieben werden dürfen?  Dies ist doch für die weitere Forschung und Entwicklung ein immenser Hemmschuh sowohl für die Patienten als auch für die Pharmaunternehmen.

Die Regelung, daß nach Ablauf des Patents und Erscheinen eines Generikums das Originalmedikament auch preislich nachgeben muß,  ist in Österreich eine positive Regelung und gibt den Unternehmen eine zeitliche Bandbreite (Patentschutz), um die Kosten für Forschung und Entwicklung zu verdienen. Außerdem dient dies  der Ökonomie und spart auch  Kosten. Hat sich dies aus dem Hause der Kassen und des Ministeriums schon einmal jemand überlegt, oder ist dort nur der Ansatz,  Generika=Wundermittel zur Kostenreduzierung, präsent? Als Patient wünsche ich mir die besten, richtigsten und am Letztstand der Entwicklung stehenden  Medikamente und keine Nachbauten mit nicht weiterentwickelten Wirkstoffen aus den 60er Jahren.

27/01/2010 at 08:40 2 Kommentare

Sanierungspaket Gesundheitsreform, Ärzte-GmbHs und ökonomische Verschreibepraxis von Medikamenten

Momentan wieder in aller Munde, es muß massiv gespart werden. Hauptpunkte von Minister und Experten:  Ärztehonorare,  Medikamentenkosten. Und schon wird eifriges Lobbying betreiben und Kommentare über “Korruption in Spitälern” lanciert. Aufreger: Spitalsärzte geben mögliche Nebenjobs nicht an und erfreuen sich nach wie vor über ein Kuvert zwecks besserer Behandlung. Weiters werden zu viele und zu teure Medikamente verschrieben und die Ärzte bestimmen über Anschaffung von Geräten und Medikamenten.

Mag sein, daß hier Schwachstellen vorhanden sind nur denke ich, daß dadurch keine gigantischen Kosten eingespart werden können. Der Vorwurf, sie bestimmen bei der Anschaffung von Geräten, ist für meine Kenntnisse nicht nachvollziehbar.

Was eher ins Gewicht fällt sind ein aufgeblähter Verwaltungsapparat und viele Überschneidungen bei Untersuchungen und  Doppelgleisigkeiten von Spitalsstandorten an Bundesländergrenzen. Aber da wehren sich die Bundesländerhäuptlinge.

Was ich nicht verstehe ist die Verweigerung von Ärzte-GmbHs seitens der Kassen. Ärzte können als Einzelunternehmer auftreten oder mit Kollegen eine Gruppenpraxis gründen, aber keine GmbH, nur eine OG. Der Gesetzgeber begründet diese Beschränkung mit der fehlenden Berufsbefugnis der GmbH. Vorteile einer GmbH liegen im steuerlichen Bereich und bei Haftungsregelungen für die Ärzte. Weiters wäre dies eine Angebotsverbreiterung in der regionalen Versorgung und eine Entlastung der Spitalsambulanzen.

Wir schreiben das Jahr 2010, jammern über bordende Kosten und verbieten rechtlich  sinnvolle Alternativen. So wird es nicht gehen, aber Hauptsache die ökonomische Verschreibepraxis von Medikamenten wird an die Kündigung von Kassenverträgen verknüpft. Da Vertrag und hier das billigste “Pulverl”. Ist dies zum Wohle des Patienten?

25/01/2010 at 14:26 Hinterlasse einen Kommentar

Sanierungskonzept der Krankenkassen, Medikamentenkosten und eine Unsicherheit.

Die Kosten für Medikamente machen rund € 3,2 Mia pro Jahr aus und wachsen jährlich um 6,6%. Der Zuwachs entsteht nicht durch neue und teurere Medikamente sondern durch die steigende Zahl der Verschreibungen seitens der Ärzte. Nachdem “aut idem” – besagt, daß der Arzt den Wirkstoff verschreiben soll, das konkrete Präperat dazu sucht der Apotheker aus einer Reihe gleichwertiger Medikamente aus -  seitens der Ärzte nicht infrage kam, versucht der Hauptverband der Sozialversicherungsträger Ärzte freiwillig zu einer ökonomischen Verschreibweise zu animieren. Ökotool nennt sich die Software, mit der der Arzt zu einem bestimmten Wirkstoff  online sofort das preisgünstigste Medikament erfährt.

Nachdem dies alles zu wenig an Sparmaßnahmen erscheint, wird auch an eine Splittung der Rezeptgebühren gedacht, Generika im Schnitt um € 1,– unter dem Originalmedikament. Der Nebeneffekt in  Deutschland war der, daß die Industrie  Preiszugeständnisse machte, um unter die niedrigen Rezeptgebühren zu fallen.

Und ein Einsparungsfaktor erfolgt automatisch. In den nächsten 5 Jahren laufen rund 40 wichtige Patente ab, sodaß automatisch billigere Generika auf den Markt kommen, Einsparungspotential von € 100 Mio pro Jahr.

Das alles klingt für mich als Patienten äußerst unrund und verunsichert mich. Denn ich will nicht ein nachgebautes Medikament verschrieben bekommen, daß durch andere Hilfsstoffe komplexere Nebenwirkungen auslösen kann. Ich bekomme das Gefühl, vor lauter Sparaktionen bleibt der Patient auf der Strecke.

12/01/2010 at 09:22 2 Kommentare

Gesundheitssystem, Gesamtkosten psychiatrischer Erkrankungen und die prozentuelle Verteilung.

Habe eine interessante Studie  bzgl. Kosten der 5 wichtigsten psychiatrischen Erkrankungen ( Abhängigkeit, affektive Erkrankungen, Angsterkrankungen, Demenz, Psychosen)  gefunden. Diese verursachen in Österreich Kosten von rund € 7,16 Mia, wobei die prozenztuelle Aufsplittung überrascht:

Krankenstand 31%, Krankenhausbehandlung 21%, Ambulante Behandlung 12%, Soziale Dienste und Einrichtungen 12%, Frühzeitiger Tod 8%, Frühzeitige Pensionierung 7%, Informelle Pflege 3%, Medikamente 3%, Adaptierung der Wohnung 1%.

Das aktuelle Argument der Kassen, die Medikamentenkosten sind zu hoch und gehören radikal gesenkt – durch z.B. Generika – , läuft hiermit ins Leere. Die Studienautoren empfehlen  eine bessere Früherkennnung, Frührehabilitation und eine forcierte medikamentöse Behandlung, um in Summe die anderen Kostenfaktoren indirekt zu senken.

06/01/2010 at 09:43 1 Kommentar

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