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Generika ist gleich Kostensenkungen und alles andere ist egal.
Der Einsatz von Generika ist nun wieder einmal als Allheilmittel für Kostensenkungen von Ministerseite deklariert worden. 203 waren es 27,5%, 2o10 lag der Anteil an Generika (“Pillenkopie lt. Format!”) bei Verschreibungen schon bei 46,5%. Ein Sprichwort sagt doch, eine Kopie kann nie so gut wie ein Original sein, dies scheint sich aber im Ministerium nicht herum gesprochen zu haben. Im Gegenteil, lt. Minister Stöger werden nun Experten (sicher gut bezahlt) ein Informationspapier für Patienten und Ärzte entwickeln, um die Vorurteile gegenüber den Nachbauprodukten abzubauen. Ob da auch über die anderen Hilfsstoffe, die unterschiedliche Nebenwirkungen verursachen können, geschrieben wird?
Spreche ich mit Ärzten aus meinem Bekanntenkreis höre ich immer wieder, für problemlose Bereich sind Generika ok, bei speziellen Behandlungen würden sie nur die Originalmedikamente verschreiben.
Was ist speziell? – in Bereichen, wie z.B. bei prophylaktische Therapien, wo der Nachweis über Wirksamkeit oder auch Nichtwirksamkeit nicht möglich ist und ebenfalls bei chronischen Erkrankungen. Und durch die Schwankungsbandbreiten bei Generika sollte es nicht durch ein anderes ausgetauscht werden.
Diese Ansichten zeigen doch, dass der Gedanke – Generika ist gleich Original – doch nicht stimmen kann. Wissen das die Verantwortlichen der Sozialversicherungen und im Ministerium auch? Oder sehen sie bei ihren Forderungen, das günstigste Medikament soll verschrieben werden, nur die Kosten? Als Patient möchte ich das für mich beste Medikament verschrieben bekommen und keine Pillenkopie.
Der österreichische Weg zu einer Gesundheitsreform.
Es bewegt sich etwas auf dem Gebiet der Gesundheitsreform. OÖ versucht mit vielen Unterarbeitsgruppen und politischen Experten zu einem Modell zu finden, auf Bundesebene streiten Ärztekammer, Hauptverband und Ministerium wer, wann, mit wem, wo, sprechen soll und in Salzburg zwingt man die Ärzte die billigsten Nachbaumedikamente (Generika) zu verschreiben – verletzt dabei die Therapiefreiheit des Arztes und riskiert teuere Folgekosten durch Nebenwirkungen anderer Hilfsstoffe. Bringt kostenmäßig unter dem Strich nichts, aber es ist ein Zeichen des Sparwillens gesetzt worden. Wie gesagt, es bewegt sich etwas.
Ohne die Sache im Detail zu kennen, scheint Vorarlberg in der Effizienz der Reformbewegung wieder einmal die Nase vorne zu haben. Anbei ein Artikel über schon durchgeführte und kommende Maßnahmen. Noch ist nichts fix, da das Land bei einem wesentlichen Punkt die Zustimmung des Bundes benötigt.
Thema Generika – Versicherung der Öffentlich Bediensteten.
Schon interessant zu sehen, was die Hompepage der “Versicherung der Öffentlich Bediensteten” zum Thema Generika schreibt. Vor allem der letzte Hinweis unter Information. Denke, dies ist eine irreführende Information, da Generika durch unterschiedliche Hilfsstoffe andere Nebenwirkungen auslösen können. Wie auch in andere Bereichen wird mit Informationsfakten sehr sorglos umgegangen. Hart formuliert, Manipulation.
“Wenn der Patentschutz eines Medikamentes abgelaufen ist, dürfen andere Arzneimittelhersteller dieses Heilmittel ebenfalls erzeugen und unter einem anderen Namen verkaufen. Diese Nachfolgepräparate von ehemals patentgeschützten Arzneimitteln, die den Originalpräparaten qualitativ gleichwertig sind, nennt man
Generika
Generika sollen helfen, die hohen Medikamentenkosten einzuschränken.
Generika beinhalten die gleichen Wirkstoffe wie Originalpräparate, der Vorteil dabei ist aber, dass sie preiswerter abgegeben werden können, da alle Forschungs- und Entwicklungskosten entfallen.
| Generika können unbedenklich eingenommen werden, da für sie dieselben strengen Kontrollen wie für Originalpräparate gelten.” |
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Generika, die Stars unter den Medikamenten?
Mußte wieder einen Arzttermin aufnehmen und blätterte in einer Broschüre des Generikaverbandes über die Vorteile eines Generikums. Jeder Satz strotzte nur von Lobhudeleien. Sogar die Behauptung, daß an Generika ständig Verbesserungen erfolgen und so die Wirksamkeit sich noch erhöhe.
Ok, dies ist eine Jubelbroschüre, nur ein bißchen mehr Realitätsnähe wäre im Sinne der Patienten schon angebracht. Was ist mit der Bioäquivalenz, mit der Bandbreite und mit den Hilfsstoffen, die unterschiedliche Nebenwirkungen auslösen können?
Zwang zu Generika hemmt die Forschung und Weiterentwicklung von Medikamenten
Als leider regelmäßiger “Einnehmer” von Medikamenten bin ich über die Regelung der Kassen in Salzburg, nur das günstigste Medikament zu verordnen, beunruhigt. Denn der Minister will dies auch flächendeckend in Österreich umsetzen. Ist das günstigste Medikament auch das richtige und wie ist das mit den Nebenwirkungen von Generika, denn nur der Wirkstoff ist ident und die Hilfsstoffe können variieren? Abgesehen von diesem doch erheblichen Manko stelle ich mich auch die Frage wer forscht dann noch, wenn aus ökonomischen Gründen Originalmedikamente nicht mehr verschrieben werden dürfen? Dies ist doch für die weitere Forschung und Entwicklung ein immenser Hemmschuh sowohl für die Patienten als auch für die Pharmaunternehmen.
Die Regelung, daß nach Ablauf des Patents und Erscheinen eines Generikums das Originalmedikament auch preislich nachgeben muß, ist in Österreich eine positive Regelung und gibt den Unternehmen eine zeitliche Bandbreite (Patentschutz), um die Kosten für Forschung und Entwicklung zu verdienen. Außerdem dient dies der Ökonomie und spart auch Kosten. Hat sich dies aus dem Hause der Kassen und des Ministeriums schon einmal jemand überlegt, oder ist dort nur der Ansatz, Generika=Wundermittel zur Kostenreduzierung, präsent? Als Patient wünsche ich mir die besten, richtigsten und am Letztstand der Entwicklung stehenden Medikamente und keine Nachbauten mit nicht weiterentwickelten Wirkstoffen aus den 60er Jahren.


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