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Ökotool, Pensionssystem und die Sozialversicherungen
Immer wieder tauchen Tabellen und Zahlenrechnereien bzgl. des österreichischen Pensionssystems auf. Fakt ist, daß 1970 auf eine Person auf 43 Jahre Arbeit 34 Jahre Nicht-Arbeit entfielen, 2010 haben sich diese Zahlen auf 35 Jahre Arbeit und 48,5 Nicht-Arbeit umgedreht. Das Pensionsantrittsalter ist seit 1970 um 3 Jahre gesunken, die Lebenserwartung um 6 Jahre gestiegen. Kommt es zu keinen ernsthaften Reformen, verdoppelt sich der Zuschuss des Bundes (Allgemeinheit) von bisher € 8 Mia auf € 16 Mia pro Jahr.
Wieso wird nicht an eine konstruktive Reform des Pensionssystems gedacht? Warum überlegt man sich z.B. keine Einheitspension von netto € 1.500,–. Wer mehr möchte, kann in seiner aktiven Zeit eine private Zusatzpension abschliessen, die auch noch steuerlich gut absetzbar ist. Wieso debattiert man lieber über die Hacklerregelung, die viel kostet und Zielgruppen erreicht, die überhaupt nicht vorgesehen waren.
Lauter Fragen, die sich auch im Gesundheitsbereich auftun. Wieso packt niemand essentiell eine Strukturreform an – z.B. Zusammenlegung der Sozialversicherungen, Abschaffung der Überschneidungen im Spitalsbereich….. – sondern verlegt sich auf Erhöhungen der Rezeptgebühr und auf Zwangseinsatz der Ökotoolliste mit dem Ziel, nur mehr die billigsten Medikamente (Generika) zu verschreiben und jubelt über ein Einsparungspotential, welches aber nur am Papier besteht. Denn längere, oder zusätzliche Krankenstandstage durch Nebenwirkungen bei Medikamentenumstellungen werden nicht miteingerechnet. Es wird zwar eine Masterplan vom Hauptverband vorgelegt, einiges sind sinnvolle Begehren und was macht die Politik? Ein kurzes Hickhack Bund-Länder und dann geht es wieder ab zur täglichen Routine und der Plan in die Schublade. Alles zu Lasten der Patienten und der Steuerzahler. Die Unzufriedenheit mit den politisch Verantwortlichen darf einem nicht wundern. Wohin führt aber der Weg des Nichthandelns – folgen wir Griechenland, Irland, Portugal….?
Pflegebereich, Pflegestufen, Ärztekompetenz und politisch Verantwortliche.
Und die nächste Baustelle im Gesundheitsbereich rückt in den medialen Mittelpunkt. 2010 in Studien festzustellen, daß die Bevölkerung immer älter wird und dadurch im Pflegebereich ein finanzielles und betreuungsmäßiges Problem auf die Gesellschaft zu kommt, finde ich als blanken Hohn. Wer verdient an dieser Studie wieder? Das Problem ist politisch Verantwortlichen schon jahrzehntelang bekannt, wird aber immer auf die Seite geschoben. Warum ist nicht erklärbar, denn alle werden älter und möglicherweise benötigen gerade einige von denen, die nichts entscheiden in ihrem Lebensabend eine Pflegehilfe. Also sollte das Thema für alle relevant sein.
Jedoch kommt nicht ermutigendes von der politischen Seite. Man will sogar die Pflegestufe 1 abschaffen, Einsparung von ca. € 70 Mio/Jahr. Was soll das? Die Ärztekammer macht mobil gegen die Idee, daß die Pfleger – Leute vor Ort – bzgl. der Einstufung der Patienten in die Pflegestufen ein Mitspracherecht bekommen. “Nur die Ärzte haben die Kompetenz, Pfleger sollen assistieren”, donnerte der Wr. Ärztekammerchef Dorner via Medien. Solche Aussagen sind ja gemeingefährlich. Kann mich noch gut an die “Untersuchung” meiner damals 96jährigen Oma erinnern. Der Arzt ließ den Kugelschreiber fallen, aufgrund der Erziehung machte meine Oma eine angedeutete Bewegung Richtung Boden und Kuli, somit war für den Arzt klar, eine Einstufung in eine höhere Pflegestufe ist nicht notwendig. Soviel zur Ärztekompetenz.
Was wird passieren? Nichts. Kleine kosmetische Veränderungen um anzudeuten wir kümmern uns darum, aber sonst wird weitergewurstelt bis es zu spät ist. Fazit: Wer Geld hat, wird es sich in Zukunft privat leisten können, wer nicht, bekommt Probleme.
Ein paar Zahlen zum Nachdenken: Länder und Gemeinden geben aktuell € 1,3 Mia für Pflegedienste aus, 2020 rund € 2 Mia. Wenn ich dem gegenübersetze: Skylink Schwechat Baukostenüberschreitung von € 600 Mi0, Zuschuß an die ÖBB – jährlich fast € 7 Mia, Zinsenrückzahlung des Staates (Steuerzahler) – jährlich ca. € 8 Mia, Tendenz stark steigend.
Österreichische Krankenhäuser und deren unterschiedlichen Kosten.
Es schwirrt einiges an Zahlen und Fakten durch die Gegend wenn es um Kosten im Gesundheitsbereich, vorallem im Spitalsbereich, geht. Jeder verteidigt seinen Aufwand, doch es läßt sich schon die Frage stellen, wird im Osten Österreichs ineffizienter gearbeitet als im Westen? Wieso kostet im AKH die selbe medizinische Leistung um 56% mehr als im LKH Innsbruck? Beides Universitätskliniken mit schwerpunktmäßigen Zusatzleistungen. In Summe kann pro Jahr € 1,8 Mia eingespart werden, wenn die Kostenebene des Westens auf ganz Österreich bezögen würde. Diese Vergleiche und Zahlen sind natürlich mit Vorsicht zu genießen, sie sind aber zu hinterfragen und wer weiß, vielleicht findet man wirklich effektive Einsparungspotentiale.
Original durch Generika unter Druck – scheinbar werden nur die Kosten gesehen.
Laut Pharmig, Österreichs Pharmaverband, haben gleichpreisige Originalmedikamente und Generika einen Anteil von 25% der vertriebenen Arzneimittel in Österreich, dies entspricht einem Volumen von ca. € 750 Mio, Tendenz steigend. Mehr Generika führen zu Preissenkungen für den Patienten lauten die Jubelmeldungen. Eine weitere Hiobsbotschaft für die Originalhersteller sind die ähnlichen Namen der Generikaprodukte, die sich an den Namen des Originals anlehnen und dadurch die Markenwirkung verwässern. Ala Süßwarenbereich mit Schwedenbomben und Schaumbomben. (Der Geschmacksunterschied ist aber gigantisch negativ für den Nachbau). Das ist die Lage und scheinbar sehen alle nur die günstigen Kosten und ein wachsendes Umsatzpotential.
Und die Kehrseite?
Denkt jemand an die Forschung, an die Weiterentwicklung von Wirkstoffen, wollen wir Medikamente auf Wirkstoffbasis von 1970 einsetzen? Das kann es doch nicht sein. Generika sind Nachbauten mit anderen Hilfsstoffen, die wiederum andere Nebenwirkungen beim Patienten auslösen können. Bei Grippemitteln vermutlich nicht tragisch, aber im Bereich langfristiger, medikamentöser Therapiebehandlung – z.B. bei psychischen Erkrankungen – , ist dies ein wesentlicher Faktor für Erfolg oder Mißerfolg der Therapie.
Ich bin ebenfalls für Sparen im Gesundheitsbereich, nur bitte sinnvoll und nicht auf Kosten der Patienten.
Turnus, Lehrpraktikum und der Unterschied zwischen Theorie und Praxis
Bezüglich der Kosteneinsparungen im Gesundheitsbereich wird ja schon seit ewigen Zeiten diskutiert. Man hat immer das Gefühl hier werden Luftschlößer gebaut unter dem Motto: Hauptsache es wird zum Thema etwas gesagt.
Nur in der Praxis sieht das oft ganz anders aus. Genauso wie mit der Erhöhung des Kollektivvertrages für Lehrpraktikanten. Auf den ersten Blick ok, nur wer zahlt dies? Und in Folge wird es noch weniger Stellen geben. Dazu ein eingehender Kommentar:



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