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Führt der Winternebel zu einer Depression?
Anbei einmal eine recht übersichtliche Abhandlung zum Thema Depression. In letzter Zeit wird viel über Burn-Out und Depressionen geschrieben und “getalkt”, und im Grunde genommen sind dies alles Themenverfehlungen.
1. Eine Depression kann jeden treffen!
Obwohl viele Menschen von einer Depression betroffen sind, wird die Krankheit in der Öffentlichkeit wenig wahrgenommen und leider auch oft missverstanden. Den meisten Menschen ist nicht bewusst, dass die Depression eine Erkrankung wie Bluthochdruck oder Diabetes ist, und kein Anzeichen persönlichen Versagens. Sie kann jeden treffen, unabhängig von Alter, Beruf, Gesellschaftsschicht oder Kultur.
Die Depression ist eine seelische Erkrankung, die in einen bis dahin gut funktionierenden Alltag einbricht. Sie ist manchmal nur schwer von einer alltäglichen Verstimmung oder einer Lebenskrise zu unterscheiden. Patient und Arzt denken zunächst häufig an eine körperliche Erkrankung. Auch Stimmungswechsel können auftreten, die phasenweise zwischen einer Depression und Manie wechseln, so dass die depressiven Symptome verkannt werden
Wichtig ist es, die Symptome des Betroffenen genau abzuklären, denn dann ist fast immer eine sichere Diagnose möglich. Die richtige Diagnose ist sehr wichtig, da die meisten depressiven Patienten erfolgreich behandelt werden können – insbesondere wegen der großen Fortschritte, die die Arzneimittelforschung in den letzten Jahren gemacht hat.
Wird die Depression nicht behandelt, führt dies zu unnötigem Leiden und zur Gefährdung des Patienten. Dies ist jedoch nicht notwendig, denn die meisten Depressionen können spürbar gebessert und/oder geheilt werden.
Ein wichtiger Schritt ist, dass der Betroffene seine Erkrankung erkennt und in eine Behandlung einwilligt. Dabei ist für die persönliche Genesung eine aktive Unterstützung der Behandlung notwendig.
2. Wie zeigt sich eine Depression? Welche Symptome sind charakteristisch?
Nicht alle, die an einer Depression erkranken, leiden unter den gleichen Symptomen. Die Depression ist eine sehr individuelle Krankheit. Daher muss die depressive Verstimmtheit nicht immer im Vordergrund stehen.
Hauptsymptome:
- Verlust von Interesse und Freude
- Depressive Stimmung („innere Leere“)
- Antriebsverminderung
- Konzentrationsstörungen
- Mangelndes Selbstwertgefühl und/oder Selbstvertrauen
- Gefühle von Schuld und Wertlosigkeit
- Pessimistische Zukunftsperspektiven
- Schlafstörungen
- Appetitverminderung
- Lebensüberdruss, Selbsttötungsabsichten
Weitere charakteristische Symptome:
- Libidoverlust
- Grübeln, Entscheidungsunfähigkeit
- Gefühl der Gefühllosigkeit
- Innere Unruhe und Getriebenheit, auch Antriebssteigerung („agitierte Depression“)
- Körperliche Symptome (z.B. häufige Kopfschmerzen, Herzprobleme, Magen-Darmstörungen)
Abhängig von den Symptomen, ist der Schweregrad der Erkrankung unterschiedlich. Je nach Schweregrad der Erkrankung, kann dies bis zum völligen Erliegen des normalen Alltags führen.
3. Welche Ursachen stecken hinter einer Depression?
Nach heutigem Kenntnisstand wird davon ausgegangen, dass es eine Reihe von Ursachen für die Entstehung von Depressionen gibt:
- genetische Veranlagung (erblich bedingt)
- Gehirnstoffwechselstörungen (z.B. Mangel an Serotonin, Noradrenalin)
- Umweltfaktoren (Einfluss des sozialen Umfelds)
- sonstige Faktoren (z.B. Hormonstörungen)
Die Ursachen einer Depression sind vielfältig, aber letztendlich wissen wir aus der Forschung, dass bei einer Depression Störungen im Gehirnstoffwechsel ganz unabhängig vom konkreten Auslöser auftreten. Es liegt eine Störung bei der Übertragung von Nervenimpulsen vor. Positive Gefühlssignale werden vermindert und negative durch die Stoffwechselstörung verstärkt.
4. Behandlungsmöglichkeiten einer Depression
Depressionen lassen sich in aller Regel sowohl medikamentös als auch mit Methoden der Psychotherapie gut behandeln.
4.1. Keine Angst vor einer medikamentösen Behandlung!
Nachdem der Arzt eine genaue Diagnose gestellt hat, wird das Präparat ausgewählt, das dem Erscheinungsbild der Depression am besten entspricht. Antidepressiva sind nicht alle gleich, sondern besitzen unterschiedliche Wirkprofile. Sie können:
- stimmungsaufhellend und/oder antriebsverbessernd,
- beruhigend, entspannend, schlafanstoßend und angstlösend wirken
- oder antriebsneutral sein.
4.2 Wie wirken Antidepressiva?
Antidepressiva setzen bei den zuvor beschriebenen Gehirnstoffwechselstörungen ein und tragen dazu bei, den veränderten Stoffwechsel auszugleichen. Sie mildern die Stimmungsschwankungen der Betroffenen ab, und führen dazu, dass die depressiven Symptome nachlassen. Der Wirkmechanismus ist bei den verschiedenen Antidepressiva unterschiedlich. So können sie z.B. die Menge der Nervenbotenstoffe erhöhen oder auch vermindern. Bei manchen Patienten wirkt der eine Mechanismus, bei manchen zeigt der andere seine Wirkung. Die gewünschte Wirkung stellt sich in der Regel nach ca. zwei bis drei Wochen ein. Um einen Rückfall zu vermeiden, ist meist eine regelmäßige und länger andauernde medikamentöse Therapie notwendig.
Keine Abhängigkeit oder Persönlichkeitsveränderung durch Antidepressiva!
Antidepressiva machen übrigens nicht abhängig und verändern auch nicht die Persönlichkeit.
Keine Angst vor Medikamentenwechsel, denn das ist normal!
Da nicht jedes Antidepressivum gleich wirkt, ist es häufig notwendig, dass dem Patient nach kurzer Zeit ein anderes Präparat verschrieben wird, auf dessen Wirkung er besser anspricht. Wichtig ist in dieser Zeit die regelmäßige Überprüfung der Dosierung vom behandelnden Arzt und der entsprechenden Anpassung an den individuellen Bedarf des Patienten.
4.3. Psychotherapie
Bei einer Psychotherapie erwirbt der Patient Strategien, um mit seinen Problemen anders und besser umgehen zu können. Vom Schweregrad der Depression abhängig, kann das psychotherapeutische Gespräch häufig erst nach einer Vorbehandlung mit Antidepressiva stattfinden. In einem individuellen Therapiekonzept zwischen Arzt und Patient wird festgelegt, welches psychotherapeutische Verfahren für den Patienten geeignet ist.
Grundvoraussetzung ist, dass der Betroffene zu einer aktiven Psychotherapie bereit ist.
Angehörige und Freunde sollten über die Erkrankung informiert werden!
Nur wenn Angehörige und Freunde über die Depression informiert werden und verstehen, dass es sich dabei um eine ernsthafte Erkrankung handelt, können sie durch ihre Unterstützung ebenfalls einen wichtigen Beitrag für die Bewältigung einer Depression leisten. Daher sollte sich der Betroffene nicht scheuen, Hilfe von Außen anzunehmen.
5. Tipps zur Überwindung einer Depression
- Antidepressiva müssen genau nach ärztlicher Verordnung regelmäßig eingenommen werden.
- Nicht eigenmächtig zu anderen Medikamenten greifen (z.B. Schlafmittel).
- Vorsicht vor eigenmächtigen „Medikamenten-Cocktails“ und deren Wechselwirkungen mit Antidepressiva.
- Alkohol und Drogen sind tabu!
- Regelmäßig und gesund essen (Vorsicht bei irrev. MAO-Hemmern: Interaktion mit tyraminhaltigen Lebensmitteln z.B. Käse).
- Jeder Tag sollte genau geplant und strukturiert werden.
- Anlegen einer Liste für die täglichen Routineaufgaben und Unternehmungen.
- Realistische Ziele setzten!
- Auf kleine Fortschritte und Erfolgserlebnisse stolz sein und durch kleine Rückschläge nicht den Mut verlieren.
- Vertraute einweihen!
- Sich nicht von Angehörigen und Freunden zurückziehen.
- Körperlich aktiv bleiben, auch wenn es noch so schwer fällt!
Wichtig ist, auch kleine Fortschritte als persönlichen Erfolg anzuerkennen.
Medikamentenvereinbarung – psychiatrische Erkrankungen
“Das Wetter macht mich depressiv” – dieser fast schon Standardsatz verharmlost den Begriff Depression und damit verschwimmen oft die Grenzen. Was ist eine richtige Depression?
Ein gestörter Gehirnstoffwechsel, bei dem die Spiegel der Überträgersubstanzen (Neurotransmitter) Serotonin und Noradrenalin sehr nieder sind. Somit resultiert Depression aus der fehlenden Balance im biochemischen Gleichgewicht. Einige Merkmale einer Depression sind: Antriebslosigkeit, Innere Unruhe, Schlafstörungen, Fehlende Lebensfreude, Innere Leere, Vermindertes Selbstwertgefühl, schwindendes Interesse, Schuldgefühle, Suizidgedanken, Selbstanklagen, aus dem Alltag sich zurückziehen.
Was kann man dagegen tun - sowohl als Betroffener oder Außenstehender?
Nicht ” es wird schon wieder, reiß dich zusammen” ist sinnvoll, sondern einen Arzt aufsuchen und klar machen, daß es sich um eine Stoffwechselerkrankung handelt, die gut behandelbar ist. Die Kombination der medikamentösen Behandlung (Antidepressiva) und Psychotherapie ist ein wirkungsvoller Weg.
Dies setzt aber die Tatsache voraus, daß bei Medikamentenumstellungen im Bereich psychiatrischer Erkrankungen, die Compliance (Therapietreue) des Patienten nicht gefährdet wird. Sogar die Salzburger Ärztekammer hat dies in einem Schreiben an ihre Kollegen erwähnt. Grund ist die neue “Zwangsverordnung” bei der Medikamentenvereinbarung - hin zu billigen Nachbauprodukten (Generika).
Burn-Out-Syndrom versus Depression
Momentan ist es via Medien wieder sehr populär über Burn-out Phasen zu kommunizieren. Ob ein Teil des Popduos Rosenstolz, der deutsche Boxer Stefen Kretschmer oder der Cover des Magazins Focus “Die Burn-out-Gesellschaft”, Burn-out/ bin in einer Depression, ist “in”. So sehr dieser Begriff medial eingesetzt wird, wissenschaftlich ist er nicht eingeführt und als Diagnose nicht haltbar. – Erstmals hat diesen Begriff der Psychoanalytiker Herbert Freudenberger in der 70er Jahren in seinem Buch “Burn-out” verwendet (Nach anstrengender Praxistätigkeit). – Psychologen sprechen statt dessen von “Arbeits- oder Erschöpfungsdepression”.
Und hier ist wiederum strikt von der klassischen Depression zu unterscheiden, die eine Gehirnstoffwechselerkrankung ist! Es sind dies Veränderungen in bestimmten Hirnzentren und Störungen im Gleichgewicht von Neurotransmittern (Botenstoffen) wie Serotonin, Noradrenalin, Dopamin u.a. Diese psychische Erkrankung wird sowohl durch Psychotherapie als auch durch medikamentöse Therapie (mit Psychopharmaka) behandelt.
Und in diesem sensiblen Bereich ist der Stellenwert zwischen Patienten und Arzt sehr entscheidend für den Therapieverlauf. Bis hin zu den Medikamenten, bei denen der Patient merken muss, daß eine Besserung eintritt. Ändert man in diese Bereich etwas – z.B durch den Einsatz von Generika – , kann es zu starken Irritationen seitens des Patienten kommen, der Fortbestand der Vertrauensbasis ist gefährdet, sowie die Therapiebereitschaft des Patienten. Überlegen dies auch die Verantwortlichen für die Gesundheitsreform, oder wird nur auf die direkten Kosten, da Original, dort günstige Generika geschaut?
Tragen Originale zu mehr Kontinuität als Generika in der Behandlung psychischer Erkrankungen bei?
Der Begriff Depression wird schnell verwendet, nur, was ist eine Depression genau? Depressive Menschen haben einen gestörten Gehirnstoffwechsel. Die Spiegel der Übertragungssubstanzen (Neurotransmitter) Serotin und Noradrenalin sind im Verlgeich zu Gesunden niedriger. Somit resultiert Depression aus der fehlenden Balance im biochemischen Gleichgewicht und dieser Mangel macht sich durch seelische Niedergeschlagenheit, Hoffnungslosigkeit und auch durch Leistungsdefizit bemerkbar.
In der Behandlung steht ein breites Spektrum an Psychotherapien und Medikamenten zur Verfügung. Zu den wichtigsten Antidepressiva zählen einerseits die Substanzgruppe SSRI (Selektive Serotonin-Reuptake-Inhibitoren), durch sie wird der verminderte Nervenbotenstoff Serotonin wieder auf ein normales Niveau gebrach, andererseits die Substanzklasse ASRI (Allosterischer Serotonin-Wiederaufnahmehemmer), die Klasse SNRI (Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer) und die Klasse NARI (Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer) die jeweils auf ihre Weise auf die Hemmung der Wiederaufnahme der Botenstoffe im Gehirn einwirken.
Wie sieht nun so eine stufenweise Behandlung aus:
Die Qualität und der Erfolg der medikamentösen Therapie setzt sich aus mehreren Faktoren zusammen, wobei sich ein Faktor durchzieht: Kontinuität.
Sparmaßnahmen im Gesundheitssystem und deren mögliche Folgen.
Sparmaßnahmen wie sie derzeit von der Salzburger Krankenkasse durchgeführt werden, sehen vor, daß Patienten nur mehr auf ein billigeres und unter Umständen nicht gleichermaßen wirksames Medikament umzustellen sind. In jeder Medikamentengruppe darf nur mehr das billigste Medikament verschrieben werden.
Der Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Dr. Musalek, warnt vor gravierenden Rückschlägen in der Therapie der Depressionen, falls verschiedene Medikamente in ihrer Wirkung nicht mehr frei verschrieben werden können. Denn eine Depression ist nur durch Regelmäßigkeit sehr gut zu behandeln. Ein öfterer Wechsel führt zu Verunsicherung, zu Therapieunterbrechung und zu weiterem Leiden der Patienten.
Selbst der neue Obmann des Österreichischen Generikaverbandes, Bernd Leiter weißt darauf hin, daß es zu Mehrkosten aufgrund von Verwechslungen und Falscheinnahmen kommen wird. Denn ein günstiges Generikum muß durch ein noch günstigeres ersetzt werden, selbst bei einem Preisunterschied von nur 5 Cent unterliegt der Arzt diesem Verordnungszwang.
Jetzt Frage ich mich, sehen die Kasse und sonstige politisch Verantwortlichen nur die Einsparungskosten? Selbst von einem zum anderen Generikum gibt es Probleme, wie sieht es dann erst aus von einem vertrauten Original zu einem Generikum? Noch dazu kann es innerhalb des Generikumwechsels zu gravierenden Nebenwirkungen kommen. Denn die Bandbreite der Bioäquivalenz “schaukelt” sich auf. Haben die Kassen auch medizinische oder nur Finanzberater?
Medikalisierung der Traurigkeit, oder doch der Depression?
Da in den Medien ein sehr kritischer Bericht über die Medikalisierung der Traurigkeit publiziert wurde, stellt sich schon die Frage, was passiert, wenn eine unbehandelte Depression nicht behandelt wird? Natürlich kann die Frage gestellt werden, wo ist die Grenze zwischen normalen Stimmungsschwankungen und wirklichen Depressionen? Und hier ist eindeutig der Facharzt mit seiner Anamnese gefordert.
Zurück zur anfänglichen Frage, bei Nichtbehandlung führt dies zu einem drei- bis vierfach höheren Suizidrisiko. 10 bis 15% der Betroffenen nehmen sich das Leben. In Österreich sind Suizide häufiger als Todesfälle im Straßenverkehr.
Schreibe dies deswegen, da ich 2 Fälle im Bekanntenkreis habe, die medizinisch unterschiedlich behandelt werden und es bei der natürlicheren Behandlung (ohne Medikamente/nur Gespräche) immer wieder ziemliche Rückfälle gibt, so daß diese Person in ein normales Arbeitsleben nicht eingegliedert werden kann. Muß nicht repräsentativ sein, aber man macht sich seine Gedanken darüber.
Kann ein Generikum den Verlauf einer Depressions-Therapie beeinträchtigen?
Ganz interessant der Verlauf der Depression bei Therapieunterschiedlichkeiten. Im wesentlichen nichts gravierend Neues, nur im Lichte des Einsatzes oder Wechsels zu Generika können sich hier ungeahnte Nebenfaktoren auftun. Es muß nicht sein und es wird auch scheinbar seitens der Sozialversicherung nicht buchgeführt ob ein Patient durch Generika und deren Hilfsstoffe Rückfälle bekommt und dadurch z.B. wieder länger im “Krankenstand” verbringen muß. Auch dies ist bzgl. der Kosten einmal aufzuzeigen, denn diese könne auch indirekt sein und in Summe die Medikamenteneinsparungskosten vom Original zum Generikum konterkarieren. Gibt es da eigentlich volkswirtschaftliche Untersuchungen dazu?



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