Artikel getaggt mit ‘Bioäquivalenz’

Bioäquivalenz, Generika, Medikamentenkosten und einige Ansichten dazu.

Das Interview mit dem neuen Geschäftsführer des Generikaproduzenten Actavis in der TT hat mich als Patienten schon ein wenig irritiert:

Aussage 1:  Generika bieten den einzigen Weg  um im Arzneimittelbereich effizient Kosten zu senken. Aussage 2: Nachbauprodukte (Generika) unterscheiden sich durch überhaupt nichts vom Original, außer durch den Preis. Aussage 3: Um die billigen indischen und chinesischen Anbieter vom europäischen Markt abzuhalten, sollte in Europa mehr geforscht und in die Verbesserung von Originalmedikamenten investiert werden, anstatt Kopien herzustellen. Aussage 4: die Verschreibungsquote bei Generika beträgt 10%.

Zu 1, der Arzneimittelbereich ist in der Gesamtsumme der Gesundheitskosten ein kleiner Faktor,  13,2%, hingegen beträgt der Anteil der Finanzierung der Krankenhäuser 58% . Bei psychischen Erkrankungen ist dieser Anteil der Medikamentenkosten noch geringer.  Zu 2, hat er noch nichts von der Bioäquivalenz gehört?  Zu 3, durch seine Tätigkeit als “Nachbauer”, widerspricht er sich selbst in dieser Aussage. Zu 4, da hat er aber noch sehr alte Zahlen im Kopf.

Meine Schlußfolgerung, es geht ihm rein um seinen Job und nicht um das Wohl der Patienten. Er steht damit sicher nicht alleine da, aber er sollte solche Interviews mit ein wenig mehr  Tiefgang absolvieren.

01/07/2010 at 08:52 Hinterlasse einen Kommentar

Generika, die Stars unter den Medikamenten?

Mußte wieder einen Arzttermin aufnehmen und blätterte in einer Broschüre des Generikaverbandes über die Vorteile eines Generikums. Jeder Satz strotzte nur von Lobhudeleien. Sogar die Behauptung, daß an Generika ständig Verbesserungen erfolgen und so die Wirksamkeit sich noch erhöhe.

Ok, dies ist eine Jubelbroschüre, nur ein bißchen mehr Realitätsnähe wäre im Sinne der Patienten schon angebracht. Was ist mit der Bioäquivalenz, mit der Bandbreite und mit den Hilfsstoffen, die unterschiedliche Nebenwirkungen auslösen können?

22/03/2010 at 10:10 1 Kommentar

Schwankungsbandbreiten von Generikum zu Generikum

Nach Erfahrungen im klinischen Alltag bei Epilepsipatienten ist die Umstellung vom Original zu einem Generikum vorallem bei der Bioäquivalenz mit Problemen behaftet. Denn sie ist nicht ident. Besonders problematisch ist die Umstellung von einem Generikum auf ein anderes, da die erlaubte Schwankungsbandbreite der Bioäquvalenz von 80 bis 125% im Vergleich zum Original sich im schlimmste Fall addieren kann. Mögliche Folgen: unnwirksame bis zu toxischen Dosen.

Stellt sich wieder einmal die Frage, kommt der Patient durch die Sparverordnung bei medikamentösen Behandlungen unter die Räder?

23/01/2010 at 09:30 Hinterlasse einen Kommentar


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