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Sind Generika ident und sind ca. € 3 Mia Arzneimittelkosten wirklich € 3 Mia?
Mit Zahlen, Daten und Fakten wird in vielen Bereichen herumgeworfen, so auch im Medikamentenbereich. Bernd Leiter, Obmann des österr. Generikaverbandes stellt in einem Leserbrief die Behauptung ” der gleichbleibenden Therapiequalität…” zwischen Generika und Original auf. Stimmt sicher nicht zu 100%, denn die Hilfsstoffe sind andere und bewirken wiederum Nebenwirkungen, die eine Therapie nicht ident machen. Oder sieht er eine Bandbreite von 85-125% als gleich an?
Weiters schreiben die Sozialversicherungen, daß sie ca. € 3 Mia für Arzneimittel ausgeben und vergessen aber, daß in dieser Summe die 20% Selbstbehaltskosten enthalten sind.
Die Jubelmeldungen über das Plus der Gebietskrankenkassen sehen in der Realität auch etwas anders aus.
Somit sind wir im Grunde genommen der Wahrheit ziemlich hilflos ausgeliefert, schade, denn nicht jeder kann und will sämtliche Daten und Headlines in den Medien langwierig recherchieren.
Medikamentenkosten, Ökotool und was kostet ein Originalmedikament nach Patentfreigabe wirklich?
Mit Zahlen wird generell sehr manipulativ umgegangen. So auch im Bereich der Medikamentenkosten. Habe mich einmal ein bißchen informiert und bin auf folgendes gestoßen:
Es wird immer von ca. € 3 Mia Medikamentenkosten in Österreich pro Jahr ausgegangen, die die Krankenkassen berappen müßen. Dies stimmt so nicht, denn die in dieser Berechnung inkludierte Rezeptgebühr bezahlen die Patienten selbst und die Mehrwertsteuer wird den Kassen rückerstattet. Die Nettoausgaben der Kassen für Medikamente liegen daher bei 2,2 Milliarden Euro.
Die sehr strenge Arzneimittelpreisregelung in Österreich führt nach Ablauf des Patentschutzes zu folgender Preisspirale: Bei Aufnahme des 3. Nachbauproduktes (Generikum) in den Erstattungskodex muss das Originalprodukt auf den Preis des Generikums zurückgehen. Dadurch liegen die Preise für Arzneimittel 18,6 Prozent unter dem EU-15-Durchschnitt.
Bioäquivalenz, Generika, Medikamentenkosten und einige Ansichten dazu.
Das Interview mit dem neuen Geschäftsführer des Generikaproduzenten Actavis in der TT hat mich als Patienten schon ein wenig irritiert:
Aussage 1: Generika bieten den einzigen Weg um im Arzneimittelbereich effizient Kosten zu senken. Aussage 2: Nachbauprodukte (Generika) unterscheiden sich durch überhaupt nichts vom Original, außer durch den Preis. Aussage 3: Um die billigen indischen und chinesischen Anbieter vom europäischen Markt abzuhalten, sollte in Europa mehr geforscht und in die Verbesserung von Originalmedikamenten investiert werden, anstatt Kopien herzustellen. Aussage 4: die Verschreibungsquote bei Generika beträgt 10%.
Zu 1, der Arzneimittelbereich ist in der Gesamtsumme der Gesundheitskosten ein kleiner Faktor, 13,2%, hingegen beträgt der Anteil der Finanzierung der Krankenhäuser 58% . Bei psychischen Erkrankungen ist dieser Anteil der Medikamentenkosten noch geringer. Zu 2, hat er noch nichts von der Bioäquivalenz gehört? Zu 3, durch seine Tätigkeit als “Nachbauer”, widerspricht er sich selbst in dieser Aussage. Zu 4, da hat er aber noch sehr alte Zahlen im Kopf.
Meine Schlußfolgerung, es geht ihm rein um seinen Job und nicht um das Wohl der Patienten. Er steht damit sicher nicht alleine da, aber er sollte solche Interviews mit ein wenig mehr Tiefgang absolvieren.
Umfragen zur Gesundheitsvorsorge und was will Gesundheitsminister Stöger?
Habe einen recht guten Kommentar über Studien zum Gesundheitssystem gelesen. Fazit: Gib eine Studie in Auftrag, deren Ergebnisse so zu interpretieren sind wie man will!
Ist nichts Neues, wird fast überall so gemacht, nur in diesem doch sensiblen Gesundheitsbereich sollte es fair zu gehen. Apropos fair, die Kosten für die Rezeptgebührenbefreiung betrugen 2009 rund € 85 – 90 Mio. Eine Steigerung von fast 15% gegenüber dem Jahr 2008. Ein ganz schöner Brocken, die den Krankenkassen an Einnahmen entgehen.
Noch eine Zahl: 85% aller Arzneimittel werden über Apotheken bezogen.

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