Archiv für Juni, 2011
Psychisch Kranke in Österreich
Ein paar Zahlen und Fakten:
Im Jahr 2009 nahmen rund 900.000 Personen wegen einer psychischen Erkrankung Leistungen der Krankenversicherung in Anspruch. 840.000 erhielten Psychopharmaka.
Die Zahl der Krankenstände wegen psychischer Diagnose stieg innerhalb von 2 Jahren um 22 Prozent, die wegen körperlicher Krankheiten um 10 Prozent. Die Kosten für die Krankenbehandlung machten 750 Millionen Euro aus, die Krankenstände wegen psychischer Erkrankungen sind zwar nur 2,5 Prozent aller Fälle, aber die Dauer des Krankenstandes beträgt rund 40 Tage (fast 4 mal so viel wie bei somatischen Erkrankungen). Die Aufwendungen für das Krankengeld beliefen sich auf 70 Mil. Euro, somit machen 2,5Prozent der Krankenstandsfälle 15,7 Prozent des gesamten Krankengeldvolumens aus.
Interessant ist, daß die Salzburger Gebietskrankenkasse sich an dieser Studie mitbeteiligt hat. Jene GKK, welche die Ärzte zum Generikazwang verdonnert hat und Patienten durch Umstellungen und zusätzlichen Nebenwirkungen verunsichert. Auch die Wirkung von Nachbauprodukten – Generika – ist tlw. anders, so daß es unter anderem auch zu einer Verlängerung der Krankenstandstage kommt. Durch Generika soll zwanghaft gespart werden, was sicher bei einfachen Erkrankungen Sinn macht, aber bei chronischen und vor allem bei psychischen Erkrankungen kontraproduktiv ist. Aber dies scheint die SGKK nicht zu tangieren, hauptsache es kann gegen die “böse” Pharmaindustrie populistisch angekämpft werden. Hunderttausende psychisch Kranke sagen “Danke”.
Ärztestruktur in Österreich 2030
Fakt ist, daß es in Österreich eine Quotenregelung für Plätze im Medizinstudium gibt. Diese Regelung besteht seit 2006 und läuft 2012 aus. Bis dorthin muß Österreich der Nachweis gelingen, dass ohne Quote zu viele (ausländische) Medizinabsolventen Österreich verlassen würden und deshalb ein Ärztemangel entstünde. Als Grundlage dient die “Ärztebedarfsstudie für das Jahr 2030″, die aber noch immer nicht fertig ist und deren Autoren über die Grunddaten aus 2008 heillos zerstritten sind. Somit überlegt der Wissenschaftsminister, die EU-Kommission zu überzeugen, die Frist bis 2015 zu verlängern.
Anbei ein Zwischenbericht zur Studie:
Alles paletti bei Generika?
Alle Achtung Herr Minister. Die Aussage bei einer Informationsveranstaltung des Gesundheitsministeriums über die Generika und ihre Innovationsförderung ist eine “Meisterleistung”. So stellt sich der kleine Maxi in der Sandkiste wirtschaftliche Zusammenhänge vor. Fakt 1, der Wirkstoff eines Nachbauproduktes -Generika - ist ident wie beim Original, die Hilfsstoffe sind aber andere, und diese können bei Patienten unvorhergesehene Nebenwirkungen auslösen. Fakt 2, wenn das Umfeld für neue Forschungen immer enger, kostenintensiver und rechtsunsicherer wird besteht die Gefahr, daß immer weniger in nicht blockbustermäßigen Einsatzbereichen geforscht wird. Über bleibt der Patient. So ist die Lage am Markt und nicht aus der Elfenbeinturmsichtweise des Ministeriums.
Spitalsgrößen und deren Effizienz
Rund 40 Prozent seiner Gesundheitsausgaben wendet Österreich für den Spitalsbereich auf. Die Tendenz in Diskussionen geht in Richtung Großkliniken, wie das kommende KH Wien-Nord, um wirtschaftlich optimale Betriebsgrößen zu erreichen.
Laut einer US-Studie weisen aber kleinere Häuser, mit weniger als 200 Betten, viele Vorteile auf: Die medizinische Fehlerquote ist um 22 Prozent niedriger, die Bürokratie weniger aufgebläht, die Patienten sind durch eine individuelle Betreuung zufriedener. Die Kosten der stationären Finanzierung liegen bei Häuser unter 400 Betten um rund 10% niedriger als im gesamtösterreichischen Schnitt. Im Gegenzug Häuser mit mehr als 400 Betten, die um rund 3,45 Prozent teurer als der Durchschnitt sind.
Jetzt stellt sich für mich als Patient die Frage, warum will man auf Größe gehen, wennn es fast nur Nachteile gibt?
Fachärzte am Lande gesucht
Diese Untersuchung ist nicht unbedingt überraschend, sagt aber doch einiges aus. Lesen und hören dies auch Politiker?



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