Archiv für 03/03/2010
Ökonomieliste, Ökotool und die Praxis
Info der Salzburger Gebietskrankenkassa:
“Dieser Vertrag zwischen SGKK und Ärztekammer schreibt fest, dass „der Arzt verpflichtet ist, jenes gleichwertige Medikament aus dem Erstattungskodex zu verordnen, das in Gesamtbetrachtung der medikamentösen Therapie als das kostengünstigste Medikament aufscheint“ (Zitat: Vertragstext).
Zur Umsetzung dieser Vereinbarung wird das so genannte Ökotool des Hauptverbandes eingesetzt, damit der Arzt auf einen Blick sieht, welches Medikament das günstigste bei Gleichwertigkeit ist. Der Salzburger Arbeitsbehelf war eine auf Papier ausgedruckte, aber faktisch idente Version dieses Ökotools. Wie im Vertrag vorgesehen wird die Papierversion durch das EDV-gestützte Ökotool abgelöst werden. Natürlich wird diese Liste auch quartalsweise adaptiert, da sich die Medikamentenpreise laufend ändern…..”
Soviel zum Statement der SGKK, was bedeutet dies nun in der Praxis für den Arzt und in Folge für den Patienten?
Seit 1. Jänner 2010 MUSS der Arzt in Salzburg die Empfehlung des günstigsten Medikamentes per Ökotool umsetzen und kann nicht mehr frei entscheiden, ob er den Ökotool-Vorschlag annimmt oder ein für seinen Patienten sinnvolleres Medikament verschreibt. Weiterer Nachteil, die Medikamente sind in Therapieklassen eingeteilt und geben keine Auskunft über verschiedene Wirkweisen – Original X wirksam für Depression und Angst, Generika X nur für einen Teil wirksam.
Der Begriff Ökonomieliste wurde durch den Begriff Arbeitsbehelf ersetzt, dieser ist zu 90% ident mit dem Ökotool, so daß diese bis jetzt freiwillige Überprüfung des ökonomischen Einsatzes zur Pflicht wird. Praktisch eine nochmalige Einführung des Ökotools, diesmal mit Zwang!
Und dies alles auf dem Rücken der Patienten, denn in einem Gesprächsprotokoll zwischen Kassen und Ärztekammer von September 09 wurde festgehalten, “gespart muß werden, entweder bei den Arzthonoraren oder bei den Medikamenten…”
Diese Vorgangsweise zum Schaden der Patienten ist mir ein Rätsel. Wieso forciert man die billigen Generika obwohl bewiesen ist, daß diese Unterschiede zu Originalmedikamenten aufweisen?

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